----------------------------------------------------------------------------- Es einen jeden Menschen Recht zu machen - Ist eine Kunst die kann keiner schaffen !
Glaubt ihr an Schicksal oder Karma oder sowas Ähnliches?
Hab ich nie gemacht, bis ich neulich das Gefühl hatte, es hat mich erwischt.
Nach der Episode im Dezember, die meines Erachtens nach für den alten Herrn zu seinem Besten ausgegangen war, bin ich jetzt an einem Punkt angelangt, wo ich nicht genau weiß, ist es das VORHER oder das NACHHER?
Seit Beginn dieses Jahres arbeite ich auf einer Station mit Patienten mit apallischem Syndrom (Wachkoma) - da genau wäre er doch gelandet - oder?
Ich pflege diese Leute liebevoll und nach bestem Wissen und Gewissen. Die Routine in der Pflege fehlt mir nicht - ich mache das schon über elf Jahre.
Aber bin grade wieder auf dem Punkt NULL angelangt, weil ich mich frage, ob SO ein Leben für die Betroffenen noch Lebensqualität ist?
Bitte versteht mich nicht falsch - ich bin kein Todesengel und akzeptiere die Leute so, wie sie sind, (ich würde nie etwas tun, was ihr Leben verkürzt) aber ich habe ein sehr großes emotionales Problem damit.
Ich sage mir immer, deren Zeit war einfach noch nicht gekommen und sie haben hier auf dieser Welt noch etwas zu erledigen (wie auch immer)- aber ist denn das noch Leben?
Jeder Tag ist strukturiert durch Körperpflege, Therapien, die sie nicht mögen und die ihnen Schmerzen bereiten (das sieht man am Gesichtsausdruck), durch Besucher, die nicht loslassen können und verlangen, dass sie jeden Tag irgendwelche Orthesen anlegen und jeden Tag im Rollstuhl mobilisiert werden, als würden sie jemals die Chance haben, wieder laufen zu können.
Ich muss dazu sagen, dass aus dem Locked- in- Syndrom schon Leute wieder aufgewacht sind, aus dem Wachkoma ist mir nichts bekannt.
Ich wäre dankbar für jeden Hinweis auf Literatur und für eure Meinungen.
Wer kann, baue mich bitte auf - ich habe grad ein Tief!
Ich kann Moni eigentlich nur zustimmen. - Vielleicht nur soviel: Mein jüngerer Bruder lag sechs Wochen im Koma (kein Wachkoma) und die Ärzte hatten ihn schon aufgegeben. Nur meine Mutter nicht. Sie hat ihn als Krankengymnastin immer wieder behandelt. - Das war nun vor 30 Jahren. Heute ist er ein selbstständiger Mann, wenn auch leicht behindert. - Aber ohne den beharrlichen Willen meiner Mutter wäre ich heute der jüngste lebende Sproß meiner Familie.
Ich meine, nur durch Menschen wie dich kann so ein Wunder geschehen. ich bin kein besonders religöser Mensch, aber in genau solchen Fällen wie du sie beschreibst, denke ich immer dass wir nicht ermessen können was in diesen Menschen wirklich noch vor geht. Du und deine Kollegen seid wichtig, dass sie abschließen können. - Was auch immer.