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Das Stübchen

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Dieses Thema hat 13 Antworten
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Seiten 1 | 2
Annita Offline

Ehrenmitglied


Beiträge: 18.916
Punkte: 652

08.10.2009 19:29
#11 RE: Kommunikation Zitat · antworten

Ihr erwartet doch Gespräche auf eurer Ebene. Mich schreckt das ab. Keine Ahnung ob ich Euren Ansprüchen genügen würde. Übrigens der Mensch steht bei mir im Mittelpunkt, kann mir das auch nicht mehr abgewöhnen und will es auch nicht. Menschen die einem selbst Achtung und Freundschaft entgegen bringen kann man doch nicht so einfach vergessenwie ein Kleidungsstück oder sonst einen Gegenstand. Wenn ich so von jemanden schwärme der bleibt doch im Hinterkopf. Vieleicht liegt es auch an den Menschen da alles so schnell lebig geworden ist da denkt jeder nur an sich. Wie komme ich am besten vorwärts . Privatkontakt wird auch in Firmen manchmal verboten! Ganz viele halten sich auch daran. Es liegt doch an uns was wir machen oder nicht machen. Ich rufe jetzt mal wieder meine ehemalige Nachbarin an die wartet auf einen Anruf und freut sich

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Engel
können fliegen weil sie sich selbst nicht so schwer nehmen.

Tonga Offline




Beiträge: 94

09.10.2009 10:34
#12 RE: Kommunikation Zitat · antworten

Ich möchte mein vorhergegangenes Posting nicht als Kritik verstanden wissen, Gandalf.

Es war mehr eine Überlegung. Ich habe im Laufe der Zeit so einige Foren gesehen, da kommt einen das kalte Grausen an. Nonsens, über Nonsens steht in vielen.

Und das wirklich reale Leben hat natürlich immer Vorrang. Das ist ja völlig klar. Auch hat man nicht immer Lust, sich mit ernsthaften Themen zu befassen.

Ich hatte mal mit jemandem eine Diskussion zum Thema: "Was ist Wahrheit!" Das ging dann so weit, dass der Gesprächspartner fast ausrastete, nur weil ich eine andere Meinung hatte und auch noch andere seinen Standpunkt nicht akzeptierten. Da ging richtig die Post ab. Da zog ich dann die Reissleine und stieg aus der Diskussion aus. Der Gesprächspartenr argumentierte mit Meinungen alter Philosophen, was ja nicht verwerflich ist. Dennoch sollte man das ernsthaft hinterfragen und eigene Überlegungen und Erkenntnisse einfließen lassen. So wie auch hier bei diesem Kommunikationsthema.

Tonga

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LEBEN UND LEBEN LASSEN

gandalf Offline

Ehrenmitglied


Beiträge: 44.011

10.10.2009 17:39
#13 RE: Kommunikation Zitat · antworten

Sprachliche Geschichte

Das sind Gedanken, die ich mal aufgeschrieben habe, als ich mich mal mit der Entwicklung von Sprache und die modernen Medien gemacht habe:


Wenn man sich für die eigene Geschichte interessiert, dann stellt man sehr schnell bei entsprechenden Forschungen fest, dass es immer schwerer wird, die Gedanken unserer Vorfahren zu verstehen, je weiter man in diese Geschichte eintaucht. Nicht nur dass sich die Inhalte durch die Entwicklung verändert haben, es ist auch die Sprache selbst, die sich angepasst hat. Unsere deutsche Sprache bietet einen reichhaltigen Schatz an Worten, die sich im Laufe der Jahrhunderte aus anderen Idiomen eingeschlichen haben. Noch heute finden sich die lateinischen Wurzeln, genauso wie die Spuren des Französischen als Folge der Besatzung durch Napoleon wieder. In allen Fällen sind die Worte übernommen worden, weil sich die damalige Aktualität sich am besten mit der fremden Sprache beschreiben ließ. Einen mittelhochdeutschen Text kann heute kaum jemand ohne entsprechende Zusatzausbildung lesen. Dabei ist es in diesem Fall oft die Wortwahl und die Worte in ihren Ausprägungen, ihrem Kontext, die nicht mehr in unsere Zeit passen. Wenn wir noch ein wenig weiter in die Geschichte eintauchen, tauchen vollkommen andere Alphabete auf. Uns modernen Menschen fehlt in diesen Fällen sogar der Schlüssel zu den Worten.

Wir können die sichtbaren Buchstaben nur mit sehr viel Mühe und meist auch nicht vollständig zu Worten zusammensetzen um aus diesen Worten einen Sinn herauszulesen. Die Kommunikationswerkzeuge, die aktuellen Ereignisse und Umgebung und die Sprache haben also eine starke Wechselwirkung. Je schneller und vollständiger sich die Sprache verändert, desto weniger Inhalte bleiben erhalten. Es bedeutet nicht, dass die Inhalte nicht mehr vorhanden sind, sondern es geht darum, dass die Schlüssel für den Zugang zu den Inhalten verloren gegangen sind. Zwar finden sich überall auf der Welt Artefakte mit Schriften und damit auch mit Inhalten, aber wir modernen Menschen haben verlernt, die Information zu verwerten, weil wir in einer anderen Sprache und in einer vollkommen anderen Umwelt leben.

Auch die weltweite Vernetzung hat ihre Auswirkungen auf die Sprache. Wenn ich mit meinem Vater gesprochen habe, stellte ich immer fest, wie weit ich mich von seinem humanistisch geprägten Sprachbild entfernt habe. Mein täglicher Umgang mit Kollegen und Freunden in der Industrie und in der Wirtschaft haben meine Ausdrucksweise und die Wortwahl entscheidend geprägt. In meinem Wortschatz finden sich viele englische Ausdrücke, die sich im Deutschen nur sehr schwer ausdrücken lassen. Nehmen wir als Beispiel das „Updaten einer Software“ Rein Deutsch würde es übersetzt heißen, „Das Erneuern bestehender Programm-Dateien“ Ein Update ist also eine Erneuerung. Doch im Sinne einer Internationalisierung der Sprache, wird des englische Wort update mit einer deutschen Endung versehen und ganz selbstverständlich benutzt. Auch wenn es sich in keinem Duden finden wird, so hat sich doch die Sprache selbst weiterentwickelt. Der schon bemühte Geheimrat Goethe würde sich in unseren Tagen wahrscheinlich köstlich amüsiert haben. Die Sprache, als Ausdruck des gesellschaftlichen Selbstverständnisses hat sich weiterentwickelt. Leider ist es den meisten Menschen nicht bewusst, dass sich die Sprache immer parallel zu den Ereignissen selbst entwickelt. Bei verschiedenen Situationen ist mir aufgefallen, dass die Inhalte durch eine verbrämte oder eben auch sehr fachspezifische Sprache verschleiert wurden. Ein Grund ist mit Sicherheit die Befürchtung, dass eine allgemein verständliche Wortwahl die Besonderheit des Themas abwerten würde, ein anderer Grund ist die schon zu vor genannte Weiterentwicklung der Sprache.

Eine weitere gravierende Neuerung in unserer täglichen Sprache ist der Umgang mit Abkürzungen. Viele Begriffe werden nicht mehr vollständig genutzt, sondern durch Buchstabenketten ausgedrückt, die an sich keinen Sinn ergeben, aber, um Zeit zu sparen, werden nur noch die Kürzel genutzt. In vielen Bereiche hat sich der „AküFi“ durchgesetzt. Sie wissen nicht was der dar AküFi ist?? Nun es ist der Abkürzungsfimmel. Gerade im Bereich der Kommunikation werden viele Abkürzungen genutzt um die Strukturen oder Sachverhalte zu erklären. Da wird aus einem „Internet Protokoll / Transmission control Protokoll“ kurz TCP/IP und aus den „Integrated Services Digital Network“ sofort ISDN. Auch die Namen von Firmen werden viel eher in ihren Abkürzungen als in ausgeschriebenen Bezeichnungen wahrgenommen. Kennen Sie die „Internationale Business Maschine Inc.“ Es ist ein weltweit operierender Konzern, der sich in den sechziger Jahren mit Tischrechnern und Schreibmaschinen einen ersten Namen machte, um schon sehr früh in die Welt der Computer einzuarbeiten. Heute werden etwa 70% aller kommerzieller Großrechner von dieser Firma hergestellt. In jeder großen Versicherung und auch im Bereich der Banken finden sich die Kunden dieser Firma. Der Einfluß dieser Firma ist so groß, dass sogar die PCs der Welt als kompatibel zu den Rechnern dieser Firma zu gelten haben. Wissen sie von welcher Firma ich spreche?

Es ist die IBM. Der PC ist IBM-kompatibel. Die Großrechner im kommerziellen Bereich werden von IBM hergestellt und der eigentliche Name des Konzerns ist hinter der Abkürzung fast in Vergessenheit geraten. Allerdings gibt es auch genügend Beispiele, in denen gerade dieser Hang zur Abkürzung Blüten treibt, die eine wirkliche Übertragung von Informationen erschweren, anstatt zu erleichtern. So habe ich zum Beispiel in einer Firma CGI gearbeitet und CGI-Scripte entwickelt. Diese Scripte hätte ich bei jeder anderen Firma auch entwickeln können. Die Eine Abkürzung steht für „central generali Information“ und die andere für „common gateway interface“ Nicht nur dass beide Abkürzungen unterschiedliche Sprachen abkürzen. Die Erste beschreibt einen französischen Firmennamen, die Andere steht in englischer Sprache für ein sehr technisches Verfahren wie man im Internet programmiert, auch die Intension der Abkürzung sind vollkommen unterschiedlich. Es lassen sich also anhand der Buchstaben keine Rückschlüsse auf die Bedeutung der Worte zurechtreimen.

Und doch ist heute ein Leben ohne Abkürzungen nicht mehr vorstellbar. Die Zusammenhänge verlieren ihre Bedeutung, wenn man versucht einen Sachverhalt vollständig ohne sie zu verfassen. Ein kleines Beispiel. Wenn ich statt CGI immer schreiben würde „die gemeinsame Übergabeschnittstelle“, anstatt CGI würde ich mich sehr schnell mehr auf der semantischen, der sprachlichen Seite bewegen, und darüber den eigentlichen Inhalt des Textes vernachlässigen. Die Abkürzungen sollen also den Transport der komplexen Inhalte erleichtern. Zu keiner Zeit in der Geschichte der Menschheit haben die zeitlichen Aspekte zu einer Sprache geführt. Erst die schnellen internationalen Medien führen zu dieser neuen Sprache.

„FYI Ich habe die files per ftp via ISDN und über das VPN der IBM in dein PO gestellt.“

Haben sie verstanden was ich mit diesem Satz sagen wollte? Das ist eines der üblichen Sprachelemente der Kommunikation zwischen den Kollegen im Computerbusiness. Zugegeben ich habe ein wenig getrickst um möglichst viele Informationen in Abkürzungen in dem Sachverhalt unterzubringen. Eigentlich beschreibt der Satz nur, dass ich meinem Partner einige Dateien übertragen habe. Die Information lautet: „Hallo du kannst jetzt mit den Daten arbeiten.“ Doch weil ich ja in der Internetsprache denke, habe ich gleich noch die Informationen über den Weg und das Medium, sowie das Verfahren, welches genutzt wurde hinzu gepackt. Ich habe also in einen Satz alle Informationen einfließen lassen, die für eine Fehlersuche nötig wären. Genau diese Fülle an Informationen in möglichst kurzer Form sind es, was die neue Sprache des Netzes ausmacht. Scheinbar fehlt die Zeit sich mit den unterschiedlichen Themen separat auseinander zusetzen.

Die Internetsprache, wie ich sie mal nennen möchte, hat verschiedene Merkmale. Sie lebt von Abkürzungen und sie ist als Basis international, oder besser gesagt viele Begriffe sind aus dem Englischen. Anders als eine gesprochene Sprache lebt die Sprache des Internet von den aufgeschriebenen Worten. Dabei achten die Sprecher, oder besser gesagt die Schreiber, weniger auf die Rechtschreibung, als vielmehr sehr oft auf die Form in der die Worte übermittelt werden. Gefühlsregungen werden in kleinen Zeichen mitgeliefert. Die Kunst der Auseinandersetzung mit vollkommen fremden Menschen über eine lange Zeit und eine große Entfernung wird durch Offenheit und einen sehr präzisen, ja fast schon reduzierten Stil geführt.

Bei den meisten Mails, die ich bekomme, oder schreibe, beschränke ich mich vollkommen auf die Sachebene. Die Inhalte werden wichtiger als die Form. Die Sprache des Internet hat auch kaum kulturelle Hintergründe. Da im Netz alle Kulturen der Welt vereint werden, entwickelt sich eine Mischung aus allen Hintergründen der Welt. Wenn ich mich im Internet bewege, kann ich nicht wissen ob mein virtueller Gesprächspartner um die Ecke, nur zwei Straßen weiter an seinem Rechner sitzt oder ob ich mit einem Immigranten in Australien spreche. Ich selbst kenne keine tolerantere und freiere Gemeinde als die, der Internet Anwender. Vielleicht bedingt durch die Reduktion und die Atomisierung der Kommunikation in die unterschiedlichen Bereiche Schrift und Bild entsteht eine andere Sichtweise auf die Welt.

In einem Gespräch über das Netz fehlen das Erscheinungsbild des Partners, sein Geruch, seine Körperhaltung, seine Mimik. All diese fehlenden Parameter eines üblichen Dialoges, verändern die Wahrnehmung und so wird die Information zum Wesentlichen. Man könnte auch meinen, dass diese Art der Kommunikation sich auf das Wesentliche konzentriert und die neue Sprache den Austausch fördert, doch ich habe da so meine Zweifel. Neben den reinen Inhalten genieße ich oft auch einfach nur die Anwesenheit des Partners. Wenn ich in einer fachlichen Diskussion während meines Vortrages erkenne, dass ich meine Partner langweile oder am Thema vorbei argumentiere, kann ich innehal-ten und nachfragen. Diese Möglichkeit habe ich in der reduzierten Form der Netzinformation kaum. Die Langeweile in der Netzkommunikation wird mit dem Abbruch der Diskussion beantwortet.



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Es kommt nicht darauf an, dem Leben mehr Jahre zu geben, sondern den Jahren mehr Leben zu geben.

Annita Offline

Ehrenmitglied


Beiträge: 18.916
Punkte: 652

23.10.2009 19:03
#14 RE: Kommunikation Zitat · antworten

Gandi deine Rede ist nicht langweilig nu das lesen stengt an. macht doch weiter bitte.hilft mir auch nicht.

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Engel
können fliegen weil sie sich selbst nicht so schwer nehmen.

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