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Das Stübchen

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Dieses Thema hat 109 Antworten
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nikita Offline




Beiträge: 32

31.05.2009 22:10
#71 RE: Dibeldi das Abflussmonster Zitat · antworten

Klar mach ruhig :-)

_____________________________
Hinfallen ist kein Problem - nur liegenbleiben ist eins!

gandalf Offline

Ehrenmitglied


Beiträge: 44.011

06.07.2009 13:44
#72 RE: Selbstverständlich Liebe Zitat · antworten

wow....eine ganz tolle Geschichte.....



*************************

Es kommt nicht darauf an, dem Leben mehr Jahre zu geben, sondern den Jahren mehr Leben zu geben.

nurmi ( gelöscht )
Beiträge:

13.07.2009 16:49
#73 RE: Selbstverständlich Liebe Zitat · antworten

aaalso .....

ich bin da neulich mal bus gefahren. Direkt vor mir saß ein aufgewecktes kleines mädchen, vielleicht so fünf jahre alt. Sie unterhielt sich angeregt mit ihrer mama. Als sie mal in meine richtung schaute, sagte ich freundlich und gut erzogen wie ich bin, guten tag

Und was krieg ich zur antwort? "Ich darf nicht mit fremden reden"

Shera75 ( gelöscht )
Beiträge:

13.07.2009 16:50
#74 RE: Selbstverständlich Liebe Zitat · antworten

das ist hart

gandalf Offline

Ehrenmitglied


Beiträge: 44.011

13.07.2009 16:52
#75 RE: Selbstverständlich Liebe Zitat · antworten

...eben auch gut erzogen.....



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Es kommt nicht darauf an, dem Leben mehr Jahre zu geben, sondern den Jahren mehr Leben zu geben.

nurmi ( gelöscht )
Beiträge:

13.07.2009 16:53
#76 RE: Selbstverständlich Liebe Zitat · antworten

naja, ich hätte meinem kind ja beigebracht, daß es ein unterschied ist, ob die mama dabei ist oder nicht

nurmi ( gelöscht )
Beiträge:

15.07.2009 18:27
#77 RE: Selbstverständlich Liebe Zitat · antworten

Heute war nicht mein tag

Sitz ich doch gemüüüüüüüüüütlich am kaffeetisch, macht es plötzlich knall und plopp - war ächt laut - und aus meiner kaffeethermoskanne lief der ganze kaffee unten raus . Gott sei dank saß ich danben und bin mit dem ding sofort in die küche gerast. Und wie komm ich nu zu meinem kaffee ???

Naja, dachte ich, gehste zu rewe, wolltest ja sowieso noch einkaufen, die haben immer kaffeemaschinen. Also, auf zu rewe!

Ich glaube, ich war noch nie bei rewe, ohne daß sich dort die kaffeemaschinen stapelten - heute war das erste mal! Was hätte ich nicht alles kaufen können - eine hüpfburg, ein metallbett!, einen biermaxe, einen kugelgrill, eine holzbank ..... aber ich brauchte ja unbedingt eine kaffeemaschine!!!! Wieso eigentlich??? Eine holzbank und daneben ein biermaxe wären doch wesentlich sinnvoller gewesen,und danach hätte ich mich dann in das metallbett legen können, aber nein, nurmi will ja unbedingt eine kaffeemaschine ......

Na gut - einkäufe im kühlschrank verstaut und auf zum bus. Hechelnd an der haltestelle angekommen, sah ich grade noch die rücklichter des abfahrenden busses. Gut - ich hatte heute schon schlimmeres überstanden. Also, 20 minuten gehen auch rum. Es waren zwar bestimmt 30 grad, wenn nicht noch mehr und eine gefühlte luftfeuchtigkeit von ca 80 prozent, aber naja, ich hab ja urlaub und bin heute belastbar.

Der nächste bus hatte auch nur geringfügig verspätung - so 15 minuten etwa, dann konnte ich aber endlich einsteigen, halbwegs wieder gut gelaunt, daß es nun endlich losgehen sollte. Also, steckte ich meine aufladbare karte in den dafür vorgesehenen schlitz, hatte die hand schon an dem gerät, wo normalerweise dann die fahrscheine rauskommen, nur kam diesmal keiner raus, weil nämlich die karte leer war. Ich hatte nur meine ec- karte dabei, der geldbeutel lag zu hause auf dem wohnzimmertisch. Der bus war rappelvoll und die leute schauten äußerst interessiert auf meinen roten kopf,ich meinte auch den ein oder anderen mitleidigen blick zu erhaschen, allerdings lieh mir natürlich keiner geld, also stieg ich, entschuldigung stammeln halt wieder aus und ging nach hause.
Nun hatte ich aber schon beschlossen, nicht aufzugeben - irgendwann ist ja wohl jede pechsträhne vorbei. Ich ging also nach hause, schaute in meinen gelbeutel, wo mir erstaunlicherweise doch 10 euro entgegenlächelten und ab, zur bushaltestelle.

Diesmal kam der bus dann pünktlich und es konnte losgehn. Ohne weiter vorkomnisse erreichten wir die stadt und die galeria kaufhof hatte auch tatsächlich geöffnet! Ich erwarb also eine schöne, neue kaffeemschine, sie hatten von meinem wunschgerät doch tatsächlich noch eine originalverpackte im lager und waren auch bereit, sie mir von dort zu holen.
Auch an der kasse gab es keinerlei schwierigkeiten, die ec-karte war in ordnung und mir fiel auch meine geheimzahl ein. Der freundlich herr an der kasse fragte, ob ich die maschine so tragen könne. Sie war nämlich ziemlich groß und ziemlich schwer und der karton ziemlich voluminös, also nicht sehr geeignet für eine plastiktüte. Glücklicherweise war ein stabil aussehender plastigriff oben an dem karton angebracht und mein vertrauen in den guten alten namen siemens war unbegranzt!

Also schnappte ich mein neu erworbenes, teures goldstück und maschierte zur rolltreppe. Vor der rolltreppe war so ein metalldetektor, der bei gestohlener ware alarm schlagen soll. Ich dachte ja eigentlich immer, das sei alles nur tarnung, aber heute wurde ich eines besseren belehrt. Als ich ahnungslos durch den detektor huschen wollte, ging ein ohrenbetäubendes geheule los. Abrupt blieb ich stehen - mußte ich ja auch - die umstehenden leute starrten alle in meine richtung und hätten mich garantiert festgehalten, wenn ich versucht hätte, weiterzugehen.

2 mitarbeiter des hauses kamen sofort angeschossen, einer sah aus wie eine mischung aus türsteher und bodygard. Handschellen konnte ich keine erkennen und sie fragten auch einigermaßen freundlich nach meinem kassenzettel.Mit zittrigen fingern durchstöberte ich meine tasche und fand das wertvolle stück papier. Daraufhin machten die freundlichen herrn einen aufkleber auf dem karton weg und ich konnte das geschäft friedlich verlassen, ohne verhaftet oder abgeführt zu werden.

Der bus zurück nach hause kam und ich fand auch den fahrschein noch der auch für die rückfahrt gültig war. Überglücklich entstieg ich dem bus und lief die paar schritte von der bushaltestelle nach hause fast beschwingt und sehr zufrieden, bis - ja bis es plötzlich plopp machte und dann knallbäng.
Der griff an dem karton war ausgerissen und die große, schwere kaffeemaschine war auf den bürgersteig geknallt. Das geräusch war eindeutig, ich brauchte den karton gar nicht zu öffnen um mir den schaden anzusehen. Ich nahm den karton so wie er war und warf das ganze elend einfach in die restmülltonne!

Kaffee? Wer braucht schon kaffee? Tee ist sowieso gesünder

Schmitti Offline

Ehrenmitglied


Beiträge: 23.640
Punkte: 3.226

15.07.2009 19:08
#78 RE: Selbstverständlich Liebe Zitat · antworten

Wau....... das war aber ein Sch,,,tag für dich , wenn eine Kaffeemaschine nicht so teuer wäre , könnte man echt darüber lachen

nurmi ( gelöscht )
Beiträge:

15.07.2009 20:16
#79 RE: Selbstverständlich Liebe Zitat · antworten

nicht erschrecken schmitti - von der ganzen geschichte stimmt nur ein kleiner teil , der rest ist künstlerische freiheit

gandalf Offline

Ehrenmitglied


Beiträge: 44.011

16.07.2009 10:39
#80 Das Ende einer Gärtnerei Zitat · antworten

Er schloß den Schuppen zu und ging zurück zum Haus. Ein letzte Blick schweifte über die Pflanzen, die in der Abendsonne standen. Morgen würde er zum Gericht gehen und die Insolvenz beantragen. Zu lange hatte er nicht glauben wollen, dass auch hier die Gesetze des Kapitaldschungels gelten. Zu lange hat er an sich geglaubt und für sich und seine Pflanzen gekämpft. - Doch es geht einfach nicht mehr.

Die Tür schließt sich hinter ihm.

Am Anderen Morgen fuhr er dann zum Gericht und beantragte die Insolvenz. Ein paar Formulare später, stand er wieder vor der Tür atmete tief durch und fuhr wieder nach hause. So sollte es also sein. Nach über 60 Jahren endet ein liebevoll gehegter Betrieb mit ein paar Formularen.

In den nächsten Tagen meldete sich seine Krankenkasse und forderte die letzte 300 € Beiträge ein. Da er auch dieses Geld nicht mehr hatte, schickten sie ihm den Gerichtsvollzieher. Er leistete seinen Eid und nachdem der Gerichtsvollzieher gegangen war, fühlte er die vollkommene Stille in seinem Haus zum ersten Mal als bedrückend. Draußen brannte die Sonne erbarmungslos auf die Pflanzen, aber der Strom für die Pumpen war abgestellt, und auch die Wasserwerke hatten die Hähne zugedreht. Er konnte nur zusehen, wie sich die Blätter langsam braun färbten.

Der Insolvenzverwalter, hatte ihm untersagt das Grundstück zu betreten und so beobachtete er in den kommenden Wochen vom Zaun aus, wie Birken zwischen den Nutzpflanzen emporschossen, die Ranken von Efeu den Schuppen zurück eroberten und der Regen sich in all den Töpfen und Scherben sammelte um nutzlos zu verdunste oder zu versickern.

Seinen Schlepper und auch die anderen Geräte waren längst von Vertretern der Banken abgeholt worden. - Sie wurden verwertet, wie es ihm im Amtsdeutsch mitgeteilt wurde.

Dann kam der Termin vor Gericht. Die Insolvenz sollte eröffnet werden. Doch schon nach kurzer Zeit stellte der Richter lapidar fest: "Eine Eröffnung der Insolvenz wird mangels Masse abgelehnt." Als er fragte was er denn nun machen solle, meinte der Richter: "Nun können sie weiter wurschteln wie bisher."

Doch was der Richter nicht gesagt hatte, war das die Bank längst eine Zwangsverwaltung verfügt hatte. Er konnte eben doch nichts tun - auf seinem Land.

Auf dem Grundstück stand auch das Elternhaus. Durch die Jahrzehnte lange Pflege war es umgeben von einem wunderschönen Garten und lag ruhig und versteckt inmitten der Natur. Eigentümer war er. Das Elternhaus hatten die Eltern sich als Altenteil ausersehen. Sie hatten es an eine Krankenschwester zur Nutzung überlassen. Sie sollte die Eltern pflegen, wenn es denn einmal soweit wäre. Die Frau lebte mit ihren drei Kindern in dieser Idylle und pflegte den Garten so gut sie eben neben der Tätigkeit in der Klinik konnte. Sie kam aus Russland und verstand sich auch ein wenig auf Landwirtschaft. So entstanden Gemüsebeete, die Bäume wurden beschnitten und auch die Blumen und das Haus selbst kamen zu ihrem Recht. - Sie vertraute auf die deutsche Gründlichkeit. Ihr Leben lag wunderbar vor ihr. Hier konnte sie ihrer Kinder wachsen sehen, hier konnte sie die nächsten Jahre ihrer Ruhe finden, wenn es in der Klinik mal wieder ein wenig hektisch zuging.

Doch die Banken gaben keine Ruhe. Es wurde für das Grundstück und das Haus die Zwangsversteigerung angeordnet. Der erste Termin kam, fand statt und keiner wollte kaufen. - Es schien als hätte er Glück gehabt.

Am Abend stand er wieder an dem Zaun und beobachtete die Wildnis, die mal sein Leben gewesen war. Inzwischen waren zwei Jahre ins land gegangen. Zwei Jahre im Zyklus der Zeiten. zwei Sommer hatten die Birken kräftig wachsen lassen und zwei Herbste und Winter hatten den Schuppen in die Knie gezwungen. Jetzt an diesem trüben Tag, schien die Gärtnerei zu weinen. Der nieselnde Regen, tropfte träge von dem verbliebenen Dach und auch die Birken schienen die Blätter hängen zu lassen. Im Hintergrund konnte er den Giebel Elternhaus noch gerade hinter den Tanne erkennen, bevor der Nebel die Landschaft sanft verschluckte.

Er drehte sich um und ging. In seinen Gedanken drehte sich alles um einen erneuten beginn. Noch hatte er Freunde, noch hatte er Nachbarn, die ihn als ehrlichen fleißigen Mann kannten. - Wenn er doch nur wieder auf sein Land dürfte. dann könnte er wieder anfangen. Klein wieder anfangen. Inzwischen hatte sich die Wirtschaft doch erholt. Inzwischen hatte er auch schon wieder Interessenten für seine Pflanzen. Er konnte es schaffen, das ahnte er.

nach ein paar Monaten des Stillstandes kam der zweite Termin zu Versteigerung. Dieses Mal ohne Limit. Der Rechtspfleger führte aus, was alles zur Versteigerung stand. Er las in schneller Sprache fürs Protokoll vor was im Grundbuch eingetragen war. Er stellte die Summen zusammen und damit wurde das Mindestgebot auf 100.000 € festgelegt. Die Bank forderte zwei alternative Gebote. Zum Einen mit dem Altenteil, also die gesetzliche Variante. Aber auch ein abweichendes Gebot, ohne das Altenteil.

Außerdem verlangte die Bank, dass ein jeder Bieter 40.000 Euro sofort hinterlegen sollte.

In dem kleinen Saal saßen jetzt auch seine Nachbarn. Neben den Nachbarn saß dort auch der Bauunternehmer, der vor Jahren seinen Anbau realisiert hatte. Insgesamt hatten sich vielleicht 30 Menschen zusammen gefunden um zu erleben, wie sich das Eigentum veränderte.

Die Versteigerung wurde eröffnet.

Es war vollkommen still im Saal. Dreißig Minuten waren angesetzt. Keiner rührte sich. Keiner sagte ein Wort. Die zeit verging. zehn Minuten in einer solchen Stille werden zu einer Ewigkeit.

Dann kam das erste Gebot seiner Nachbarn. 120 T€. - Ohne das Altenteil. Der Nachbar trat an den Richtertisch und übergab einen Scheck. Nach Aufnahme der Personalien verkündete der Rechtspfleger das Gebot.

Der Nachbar ging zurück an seinen Platz. Aber er vermied den Blickkontakt. Sein eigener Nachbar wollte ihn raus haben. Und seine Eltern sollten leer ausgehen. Was würde mit der Krankenschwester und den Kindern passieren? Wie würde er weiter arbeiten können?

"130 T€" schallte es nun durch den Raum. Diese Stimme kannte er, es war der Bauunternehmer des Ortes. Er wollte das Haus für seinen Sohn, der hatte zwar schon ein haus, aber jetzt lag es direkt an einer Autobahnabfahrt. Dort wollte der Sohn weg.

Auch er trat an den Richtertisch und hinterlegte den Scheck. Jetzt lagen 80 T€ auf dem Richtertisch.

Es sollten noch weitere Gebote kommen und zum Schluss der Auktion lagen 200.000 Euro auf dem Richtertisch und das Grundstück war für 175.000 € verkauft. Das Elternhaus, 60 Jahre Arbeit, das Schicksal der Eltern und einer Alleinerziehenden Krankenschwester hatten einen Preis bekommen.

Er verließ den Gerichtssaal, trat ins Freie. - Die Sonne brannte auf ihn herab.



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