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Das Stübchen

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isurus Offline




Beiträge: 2.682

23.09.2008 01:02
#31 RE: Weihnachten 1958 Zitat · antworten

Ich kenne eine schöne Geschichte aus der altgermanischen Mythologie.


Es war einmal ein König, dessen Reich langsam zu zerfallen drohte. Zu viele Kriege haben die Kasse zu sehr geschröpft. Also dachte sich der König, doch mal Odin um Hilfe zu bitten.
Odin vernahm die flehenden Worte. Da Odin aber keines Wegs jedem alles gewähren kann, war es von Zeit zu Zeit nötig, die Bittenden zu prüfen, ob sie es ehrlich meinen.
Also schickte Odin die Norne Urd zu dem König, mit dem Auftrag, dem König zu erzählen, das bald ein böser Magier zu ihm ins Schloß kommen würde.
Die Norne tat was ihr aufgetragen und flüsterte dem König dieses.
Der König erschrak und verdoppelte die Torwachen.

Eine Woche später kam ein Wanderer des Wegs. Er hatte einen Lederhut auf dem Kopf und einen blauen Lodenmantel an.Ein Speer diente ihm als Wanderstab.
Der Wanderer klopfte an das Tor und bat um Einlass. Er wollte nur etwas zu Essen und Trinken und für eine Nacht ein Bett, dann würde er wieder weiter ziehen.
Die Torwachen öffneten das Tor und nahmen den Wanderer gefangen. Sie fesselten ihm die Hände und banden ihn an einen Pfahl im Hof zwischen zwei Lagerfeuer.
Der König kam zu dem Gefangenen und wollte wissen wer er sei und was er wollte.
Der Gefangene sagte nur, "Ich bin ein Wanderer der etwas Speis und Trank wolle und eine Nacht im Schloß schlafen wolle".
Das konnte der König nicht glauben. Dieser Mann muß der Magier sein, vor dem er gewarnt wurde.
Acht Tage saß der Wanderer so gefesselt zwischen den Feuern. Und der König fuchtelte jeden Tag mit seinem Schwert vor dem Wanderer umher und befragte diesen.
Nachts, wenn der König schlief, schlich sich der Sohn des Königs zu dem Gefangenen und gab ihm Met, damit der nicht verdurste.
Am neunten Tag sprengte der Wanderer wie von Zauberhand die Fesseln, stand auf und sagte zu dem König, "Ich bin Odin, du hast mich um Hilfe gebeten, aber du hast meine Hilfe nicht verdient. Ich wollte nur etwas Speis und Trank und ein Bett für eine Nacht. Aber du hast mich gequält".
Da erschrak der König und fehte, "Herr, mir wurde zugetragen, das ein böser Magier kommen würde, ich glaubte du wärest der Magier gewesen".
Darauf sagte Odin, "Du scheinst jedes Gerücht zu glauben, du bist ein törichter König".
Da stolperte der König und stürzte in sein Schwert.
Der Sohn aber, der dem Wanderer des Nachts den Met brachte, wurde König und führte ein großes friedliches und reiches Reich, in dem es allen Menschen gut ging.
Man munkelt das es Dänemark sei.

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Ich atme für die Klimaerwärmung

nikita Offline




Beiträge: 32

20.02.2009 21:22
#32 Selbstverständlich Liebe Zitat · antworten

Selbstverständlich Liebe
Ich sehe ihn noch vor mir. Weißes schütteres Haar, ein Gesicht das vom Leben gezeichnet war und dem jegliches Lächeln entflohen zu sein schien. Das Haus in dem er lebte war alt, aber er selber war älter. Die Geschichte des Krieges hatten beide erlebt, die Geschichte seiner Liebe hatten die Wände nur zum Teil mitverfolgt. Ich sehe ihn noch da sitzen mit dem Blick der in die Vergangenheit ging, der Blick mit dem er all seine Erinnerung wiederzubeleben schien und ich sehe das leise Blitzen in den Augen als er mir von ihr erzählte. „Weißt du“, sagte er: „Sie war schön...für mich war sie die Schönste. Das war schon so als wir Kinder waren.“

Und während ich in einer großen Tasse Kräutertee rührte, lauschte ich seinen Worten. Er erzählte von der Kinderfreundschaft, dem Band das beide miteinander verbunden hatte. Er erzählte von der Jugend und von Hitler der sie auseinander riss. Der Krieg trennte den Jungen und das Mädchen, bevor sie wussten was Mann und Frau sein heißt, führte sie weit weg voneinander und manchmal waren seine Gedanken bei der Freundin seiner Kindheit. Aber für Sehnsucht blieb keine Zeit – es galt zu überleben. Sie wusste nie ob sie ihn je wiedersehen würde, kein Brief von der Front kam nach Hause und so kam eines Tages ein anderer, der ihr zeigte das sie kein Kind mehr war. Den heiratete sie und als dieser im Kriege fiel, wusste er nicht einmal, dass sein Sohn ihm glich, denn das Kind hatte er nie gesehen.
Der alte Mann hielt inne in seiner Erzählung und verließ das Zimmer...ich höre ihn durch die alte Wohnung laufen wenn ich die Augen heute schließe. Tappend, schleichend, um die Mutter nicht zu stören. „Mutter schläft“ sagte er mir, bevor er fortfuhr mir seine Geschichte zu erzählen.

Er sprach vom Krieg, vom Blut und den Trümmern, von der Hoffnung und von dem was er fand, als er heim kam aus der Gefangenschaft. Sie war kein Kind mehr, eine herangereifte Frau die nun allein, im Nachkriegsgewühl, versuchte zu überleben, um sich und ihr Kind durchzubringen.
„Hast du nie daran gedacht dir ein neues Leben aufzubauen?“ fragte ich zaghaft.
„Doch“, sagte er: „...aber sie brauchte mich doch.“ Die Worte waren mit Nachdruck gesprochen und doch so selbstverständlich, als hätte es für ihn nie eine andere Entscheidung gegeben.

Ich fragte nicht wie lange sie schon verheiratete sind. Ich wusste es. Im Juni würden es 50 Jahre sein, hatte er mir gesagt. „Goldene Hochzeit, was heißt das schon?“ Der Bürgermeister würde kommen, die Stadt gratulieren und er hätte die Arbeit, denn sie könne das ja nicht mehr.
„Jubelpaar“. Sein Lachen war echt als er das Wort aussprach. *Die haben doch einen Knall*
„Grund zum jubeln gäbe es nicht, aber Grund stolz zu sein“, warf ich ein.
„Worauf? Darauf das wir einander versprachen bis das der Tod uns scheidet?“
Ich nickte. Er lächelte. „Das schaffen nicht viele, was?“ Jetzt war es an mir zu lächeln.
Seine Worte waren mit Bedacht gewählt als er mir sagte, es sei nichts besonderes. Es sei Arbeit und Wille und ein Versprechen. Es sei vor allem die Liebe, dann wäre es eigentlich ganz leicht.

Mein Tee war längst alle, es war schon spät. Niemand würde an diesem Tag mehr die Wohnung betreten in der noch die Tapete der 50er Jahre klebte. Es war Zeit ins Wohnzimmer zu gehen. „Gleich kommt eine Sendung mit Volksmusik“, sagte er. „Die hört sie gern“ und er lächelte. Ich nahm den Küchenstuhl, den er Abend für Abend selber ins Wohnzimmer trug und brachte ihn in den anderen Raum hinein, stellte ihn an die Stelle wo er immer am Abend stand, obwohl der bequeme Sessel viel angenehmer für ihn gewesen wäre. Aber von dort war es zu weit. Er gehörte neben *Mutter* wie er sie immer liebevoll genannt hat. Er nahm seinen Platz auf dem harten Küchenstuhl ein, der gleich neben dem riesigen Ungetüm von Pflegebett den Weg versperrte. Jetzt konnte er ihre Hand halten. Und ihre Augen die schon lange nichts mehr erkannten, niemanden wahr nahmen so wie er jetzt war, leuchteten beim ersten Takt der Musikstücke die erklangen. Das kannte sie, sie lebte in der Vergangenheit, mit der Demenzerkrankung war auch ihre Wirklichkeit verloren gegangen. Aber er war da....schön und stolz wie er immer für sie gewesen war und dankbar nahm sie die Hand von *Vater*

In diesem Moment habe ich begriffen wozu wahre Liebe fähig sein kann, wenn man sie lässt.
Sie starb nur wenige Wochen später, kurz vor der goldenen Hochzeit und er folgte ihr 4 Monate später - nach 50 Jahren kann man sich nicht so einfach trennen. Ich sah ihn als er sich hinlegte zum sterben, sah ihn eine halbe Stunde später als er tot war und ich sah das er im Tod gelächelt hat. Auf der anderen Seite hat ihn eine Hand empfangen und ein lächelndes Gesicht und vielleicht die Worte: *Schön das du da bist*




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Hinfallen ist kein Problem - nur liegenbleiben ist eins!

Betty ( gelöscht )
Beiträge:

20.02.2009 21:27
#33 RE: Selbstverständlich Liebe Zitat · antworten
Eine Geschichte, die zum Nachdenken anregt und irgendwie sehr schön ist ... Irgendwie "Die Kraft der Liebe" ...
Shera75 ( gelöscht )
Beiträge:

20.02.2009 21:32
#34 RE: Selbstverständlich Liebe Zitat · antworten

Sehr schöne Geschichte

nikita Offline




Beiträge: 32

20.02.2009 21:34
#35 RE: Selbstverständlich Liebe Zitat · antworten

Schön wenn sie euch gefällt - ist auch einer meiner liebsten Geschichten.

LG Nici

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Hinfallen ist kein Problem - nur liegenbleiben ist eins!

cappucino ( gelöscht )
Beiträge:

25.02.2009 17:52
#36 mein erstes Mal Zitat · antworten

Mein erstes Mal
Heute, ja heute musste es geschehen. Ich war mir ganz sicher, dass ich es wollte.
Alle meine Freundinnen hatten es schon getan. Sie erzählten mir immer, wie schön und toll das sei. Ich hatte Angst. Was würde geschehen?
Ich fasste meinen ganzen Mut zusammen und holte tief Luft. Dort unten vor dem Haus wartete er schon auf mich.
Langsam ging ich auf ihn zu. Ganz langsam. Er war geduldig und liess mich noch eine Zigarette rauchen, bevor ich mich ihm ganz hingab.
Ich streichelte sanft über sein Lederoutfit. Es fühlte sich gut an, mir wurde heiss, als er mir sein grosses, hartes Teil vors Gesicht hielt. Ich wurde mutiger.
Er machte alles, was ich von ihm verlangte. Meine anfängliche Panik machte einem nie gekannten Glücksgefühl Platz. Es war schön.
Ich war unheimlich stolz auf mich. Es war mein erstes Mal – dass ich alleine Auto gefahren bin!!! (was dachtet ihr denn?)

Moni Offline

Co-Administrator


Beiträge: 146.871
Punkte: 18.487

25.02.2009 19:14
#37 RE: mein erstes Mal Zitat · antworten




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Es einen jeden Menschen Recht zu machen - Ist eine Kunst die kann keiner schaffen !

Shera75 ( gelöscht )
Beiträge:

25.02.2009 19:32
#38 RE: mein erstes Mal Zitat · antworten

Klasse

Bisa1975 ( gelöscht )
Beiträge:

25.02.2009 19:37
#39 RE: mein erstes Mal Zitat · antworten

Ich wusste doch gleich, was du meinst

nurmi ( gelöscht )
Beiträge:

25.02.2009 19:43
#40 RE: mein erstes Mal Zitat · antworten

unschlagar, suuuuuuuuuuuuuuuuuuper

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