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Das Stübchen

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Dieses Thema hat 1 Antworten
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Lando Offline




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Punkte: 795

18.09.2019 10:41
#1 Das Schuppenei aus Zwergen-Heim Zitat · antworten

Die Hintergrundgeschichte:
Zwerge haben beim Graben ein dunkelblaues, schuppiges Ei gefunden, das offenbar schon lange in der Erde ruhte. Sie halten es für tot und stellen es als Schmuckstück, wie ein Edelstein, in eine Vitrine. Bald aber entdecken sie, dass das Ei heller wird. Zuerst nur unmerklich, aber bald ist klar, dass es die Farbe verändert. Die Zwerge beschließen bei den Hochelfen, die sie ja eigentlich für Hochnäsig halten, um Rat zu fragen, denn sie sind die ältesten Wesen und haben darum das meiste Wissen um die Dinge. Schließlich könnte ja in dem hübschen Ei auch was gefährliches verborgen sein. Da müssen die Zwerge halt über ihren Schatten springen und zu den Elfen reisen. Die Geschichte beginnt mit dem Eintreffen der Zwergen-Delegation im Hauptsitz der Hochelfen. So, Helmgurte festgezurrt und die Schilde hoch, es geht los!

Die Sonne traf die einzelnen Ponyreiter der Zwergen-Kolonne nacheinander wie ein greller Blitz. Sie hatten sich, oder besser die Ponys hatten sich über Stunden durch den Nebel die Serpentine hochgequält und nun durchbrachen sie die Grenze des Nebels, der nichts anderes als eine dicke Wolkendecke war. Über ihnen hing der blaueste Himmel, den man sich vorstellen kann und vor ihnen die weiße Stadt der Hochelfen. Die Wolkendecke lag wenige Ellen unterhalb vom Fuß des ersten Mauerrings, sodass der Zurückschauende den Eindruck erhielt, dass er am Ufer eines Meeres stünde. Doch die Mehrzahl der Zwerge schaute gebannt auf die Elfenstad die so Schneeweiß war, dass sie das Sonnenlicht um ein vielfaches reflektierte und ihr Anblick schön und schmerzhaft zugleich war. Die Stadt wies auch eine hohe Anzahl von schlankwirkenden Türmen auf und der höchste und breiteste hatte eine Spitze, die die Sonnenstrahlen golden nach allen Seiten zurückwarf, sodass er wie ein Leuchtturm wirkte, in dem ein Leuchtfeuer aus purem Gold loderte. Die Zwerge liebten alles Glitzernde, eine Leidenschaft die sie mit den Elfen gemein hatten. Am Tor machte die Kolonne von zwölf Reitern, die noch sechs Saumpferde mit sich führten, halt. Sie hörten einen etwas kehligen Kommandoruf und ein Flügel des reich mit Ornamenten verzierten Tores öffnete sich fast lautlos, was die Zwerge verwunderte, denn die Tore in Zwergen-Heim pflegten sich mit einen deutlichen Knarren zu öffnen. Gondil, ein in weiß gekleideter Elf, blass, schlank und bestimmt sechs und ein drittel Ellen (eine Elle ist 30 cm.) lang trat aus dem Tor, streckte ihnen die rechte Handfläche entgegen, was das allgemeingültige Zeichen des Grußes und/oder des Friedens darstellte. Dazu sprach er eine Begrüßungsfloskel der Elfen in Allgemeinsprache; möge eure Anwesenheit der Erbauung und Freude dienen! Der erste Reiter, der offenbar der Anführer des Zuges war, erwiderte das Handzeichen und fragte, ebenfalls in Allgemeinsprache, mit dem freundlichsten Lächeln das er imstande war aufzusetzen, was wegen der gewaltigen Barttracht jedoch nicht zu erkennen war, ich danke für eure freundliche Begrüßung Herr Elf! Bevor ich mit meinen Begleitern vor den hohen Rat der Elfen trete, möchten wir uns, nach der beschwerlichen Reise, ein wenig frisch machen! Selbstverständlich Gesandter Kok, einer meiner Mannen wird euch den Weg zu den Pferdeställen weisen! Gleich nebenan, hinter dem Schweinestall ist ein Bad für euch vorbereitet! Ist es auch ein Bad nach unseren Sitten, fragte Kok erwartungsvoll? Aber ja, unsere Hofknechte haben die Kuhle etwas vergrößert und frisches Wasser hineingegossen! In Eimern steht auch noch etwas Lehm bereit, für den Fall, dass der Schlamm nicht schlammig genug ist! Sehr schön, antwortete Kok und strich sich zufrieden über den Bart. Wegen der üppigen Behaarung haben die Zwerge sich das Schlammbaden von den Wildschweinen abgeschaut. Die unwissenden Menschen halten Schweine und besonders Wildschweine, wegen dem Suhlen, ja für schmutzige Tiere. Was für ein Irrtum, denn der Schlamm backt die kleinen Krabbeltiere ein, denen ein Pelz nun mal ein natürlicher Lebensraum bietet, und wenn er getrocknet ist, kann man ihn an harten Gegenständen wie Felsen oder Bäumen leicht ab schubbern. Die Zwerge haben diese praktische und zugleich wohlige Art der Körperpflege sehr zu schätzen gelernt. Ein Elf ging voran, als der Zwergen-Tross durch das Tor den Weg zu den Ställen nahm. Dort angekommen wurden die zottigen Ponys abgesattelt und die elfischen Stallburschen brachten Heu. Die Zwerge konnten es kaum abwarten und begaben sich schnellstmöglich zum Benachbarten Schweinestall, umrundeten eine Ecke, und da lag sie, die Suhle. Schnell war sich der Kleider entledigt und bald war nur noch ein fröhliches aah, ooh und Gelächter zu hören. Nach kurzer Weile sahen alle Zwerge wie kleine Golems aus. Nun hieß es aus der Suhle zu krabbeln und sich am Rand von der Sonne trocknen zu lassen. Als sie trocken waren, wurden Stallecken und alle möglichen Gegenstände zum Schubbern benutzt und auch Bärte und Haupthaar wurden säuberlich ausgeklopft. Dann wurde die mitgebrachte Ersatzkleidung angelegt und die gebrauchte Kleidung noch schnell in den benachbarten Pferdetrögen ausgewaschen und im Stall zum trocknen aufgehängt. Oh ja, Zwerge sind wirklich sehr reinliche Wesen.
Ein Untergebener Gondils wartete schon auf die Zwergen-Schar, um sie zu einem Nebenraum der Küche zwecks kleiner Stärkung zu führen. Die kleine Stärkung fanden die Zwerge wirklich klein und so dauerte der Imbiss nicht lange. Kok wandte sich an einen Elfen mit den Worten; wir währen nun für den Hohen-Rat bereit. Der führte sie nun zu dem großen Hauptpalast, Sitz des Elfenkönigs und Tagungsort des Hohen-Elfenrats. Natürlich nahmen nicht alle Zwerge an der Ratszusammenkunft teil. Lediglich drei Zwerge stiegen nun die breiten Marmorstufen empor, wobei einer der Begleiter Koks einen Holzkasten trug. Die anderen neun Zwerge waren lediglich die Eskorte, die das seltsame Ding beschützen sollte, wegen dem die Reise ja unternommen wurde. Die Eskorte wurde zu ihrer Gemeinschaftsunterkunft gebracht, wo nach kurzem Geplauder die ersten sich langmachten (was für einen Zwerg gar nicht so leicht ist, he, he), nach der langen Reise, und ein verspätetes Mittagschläfchen sich durch Schnarch-Geräusche bemerkbar machte. Währenddessen erreichte Kok mit seiner Begleitung die letzte Treppenstufe, die zu einem offenen Säulengang mit Balustrade führte, der dem Ratssaal vorgelagert war. Die drei wurden mit vornehm, zurückhaltender Neugier von den Anwesenden Hochelfen betrachtet.
Die Nachricht, dass die Zwergen-Delegation im Anmarsch sei ließ mich aus meinen Gedanken aufschrecken. Mein Name ist Tauron und mein König sandte mich als Delegierter der Waldelfen zum Rat der Hochelfen, deren König dem Meinigen eine Nachricht sandte, dass die Bewohner von Zwergen-Heim einen seltsamen und offenbar sehr alten Gegenstand gefunden hätten, in der Form eines großen Ei. Mein König meinte, dass es sich wohl um eine kunsthandwerkliche Skulptur aus alter Zeit handele. Allerdings behaupten die Finder des Objektes, dass sich die Farbe langsam und von selber veränderte und Zwergen-Heiler vermuteten sogar, dass Leben dem Ding innewohnte. "Ich komme sofort!", sagte ich dem Pagen und band mir den Gürtel um die Tunika. Das Erscheinungsbild der Waldelfen unterscheidet sich stark von dem der Hochelfen. Wir tragen ausschließlich gedeckte Farben, während die Hochelfen, außer im Krieg, weiß bevorzugen. Auch sind die Waldelfen im Schnitt ein- bis zweidrittel Elle (10 - 20 cm.) kürzer. Ich war in der Etage über dem Ratssaal untergebracht und so begab ich mich zur Treppe, die an er Außenseite des Palastes in einem offenen mit großen Säulenfenstern versehenen Türmchen in Windungen nach unten ging. Auf dem Weg sah ich zwischen den Säulen hindurch auf die prachtvolle Stadt und vermisste meinen Wald mit seinen Baumhäusern jetzt schon.
Die Tür zum Ratssaal stand offen und aus dem gedämpften Stimmengewirr, dass bis zu mir drang, erkannten meine Elfenohren die harte Sprachweise der Zwerge und als ich durch die Tür trat, sah ich an der gegenüberliegenden Seite des Raumes drei von ihnen beieinander stehen und sich angeregt unterhalten. Ich ging bis etwa der Mitte des Saales und hielt Ausschau nach einem bekannten Gesicht unter den Hochelfen. Aber ich erkannte niemanden, denn die Kontakte der Wald- und Hochelfen waren eher spärlich, weil die Ersteren die Letzteren für etwas Hochnäsig hielten. Während ich mich umsah, schnappten meine Ohren einige Zwergenworte auf. Ich kannte einige Worte dieser Sprache, was nur sehr wenige Elfen von sich sagen können. Elfen haben kein großes Interesse Zwergisch zu lernen, denn sie finden, dass diese Sprache in den Ohren schmerzt. "Imbiss", "winzig", "Portionen", "die", "Verhungern", "uns", "lassen", waren die Worte, die ich heraushörte. Offenbar hatten sie auf ihrer Reise nicht genug zu essen bekommen, schloss ich daraus. Aber gut genährt sahen sie trotzdem aus. Zwerge wuchsen ja eher in die Breite, als in die Höhe. Ich hatte über meinen Gedanken wohl ein kleines Lächeln aufgesetzt, denn ein Hochelf, der in meiner Nähe stand, missverstand meine Mimik und fragte freundlich; "wir kennen uns?" Ich rettete die Situation indem ich antwortete, "nicht näher, aber ich glaube, ich habe Euch schon einmal in der Stadt gesehen," was geflunkert war. Aber das Eis war gebrochen und der Fremde fragte, "was hält das Waldelfenreich von dieser Geschichte?", womit er natürlich das Ei meinte. "Mein König denkt, dass es sich wohl um ein uraltes Kunstwerk handelt." "So, so, ein Kunstwerk, hmm." Nachdenklich rieb sich mein Gegenüber das Kinn. "Nun, wenn es eins ist, dann in jedem Fall ein Magisches." "Kein normales Kunstwerk verändert von allein die Farbe!" "Vielleicht durch Sonneneinstrahlung," warf ich ein. "Farben können durch zu viel Sonne ausbleichen!" "In den Höhlen von Zwergen-Heim zu viel Sonne?" Halte ich für eher unwahrscheinlich, obwohl, das Artefakt lag in einer Vitrine und wenn einer der Lichtschächte genau darauf ausgerichtet war, schließlich sind in Vitrinen nur Stücke ausgestellt, die besonders zur Geltung kommen sollen und dafür ist Licht nötig, könnte es doch so sein!" Ich hatte offenbar einen Gelehrten vor mir. "Offenbar haben die Waldleute ihren Kopf doch nicht nur um damit gegen einen Baum zu laufen," während er diese Worte sprach, legte er den Kopf etwas zurück und gab ein meckerndes Lachen von sich, "he, he, he!" Da war sie wieder, die berühmte Arroganz der Weißen, wie wir sie nannten. Ich fand es nicht angebracht, hier einen Streit vom Zaun zu brechen und schluckte meinen Ärger herunter. Was für eine Ungeheuerlichkeit. Als wenn ein Waldelf je gegen einen Baum gelaufen wäre. Gut, Großonkel Gondhol, aber das war ja überhaupt gar nicht seine Schuld gewesen. Das liebliche Klingeln eines Glöckchens rettete die Situation, indem es ankündigte, dass die Plätze eingenommen werden sollte. "Oh, wir müssen auf unsere Plätze, war nett sich mit euch zu unterhalten, Herr Waldelf!" Während er diese Worte sagte, zeigten seine Mundwinkel immer noch stark nach oben, ob seines, vermeintlich gelungenen, Witzes. Ich nickte nur kurz und nahm dann den Weg um den langen Tisch, um meinen vorgesehenen Platz zu finden, den man an den hübsch verzierten Schildchen erkennen konnte. Ich fand ihn, zu meinem Erstaunen, ziemlich nahe des Kopfendes und direkt neben...den Zwergen. Na toll, das auch noch. Ach, wäre ich doch nur schon wieder in meinem Wald.
Meine Augen suchten beide Reihen des Tisches ab, aber die Personen, die ich suchte, waren nicht zu sehen. Mir war bekannt, dass zwei magiebegabte Frauen in die Elbenstadt gekommen waren. Es soll sich bei einer von ihnen um ein Halbblut handeln. Halb Elf, halb Mensch. Naja, wo die Liebe hinfällt. Wahrscheinlich hatte man sie und die Andere wegen den Gerüchten geladen, das Objekt könnte magisch sein. Wenn die beiden sich verspäten, gibt es einen schönen Skandal, dachte ich. Schließlich wird die Sitzung von keinem geringeren als dem König der Hochelfen geleitet.
Zu Allerletzt betraten zwei Frauen den Saal, wobei eine Hochelfe eine Rothaarige am Kleid hinter sich her zog. Gerade noch die Kurve gekriegt, dachte ich. Im Lockengewusel konnte ich die Ohren von der sich im Schlepp befindlichen nicht sehen, aber es war auch so klar, dass es sich um den Mischling handelte. Plötzlich hatte ich ein ungutes Gefühl beobachtet zu werden. Ich wandte den Blick nach links...und sah, nachdem ich den Kopf etwas neigte, direkt in die Augen von einem der Begleiter des Zwergen-Gesandten. Er sah nach rechts zu mir hinauf und ich sah nach links zu ihm hinab. Mein Gegenüber sagte kein Wort und der Bart verhinderte, dass ich erkennen konnte, ob er freundlich lächelte, oder grimmig die Mundwinkel verzog. Nach einer Gefühlten Ewigkeit dachte ich, dass ich jetzt wohl etwas sagen sollte. "Seiet gegrüßet, Herr Zwerg!" Der Zwerg schaute mich reglos an und nach Sekunden, "Ákýnas Mába ré mim, røwiýn déla Ror!" Ich versuchte mich im Übersetzen und bekam die Worte zusammen; "Elfen Speise ist klein, ich bin...,Das letzte Wort war wohl sein Name Ror." Oder hieß es vielleicht enttäuscht, hungrig, wütend, beleidigt? In der Hoffnung, dass es sein Name war antwortete ich auf gut Glück in Allgemeinsprache, "ähm..., angenehm, mein Name ist Tauron!" "Ýskha Bére, Taurr-rron!" Das verstand ich deutlich. Es hieß guten Tag, Tauron. Ich erwiderte "ýskha Bére" und der Zwerg reagierte mit einem leichten Nicken. Nun wurde die Aufmerksamkeit aller im Raum auf eine Tür neben dem kalten Kamin, hinter dem Kopfende des Tisches gelenkt. Soeben war der König eingetreten und alle standen auf. Bis auf die Zwerge. Ich schaute verwundert nach meinen linken Tischnachbarn und fragte mich warum sie nicht aufstanden, als mir langsam bewusst wurde, dass sie schon standen. Der König trat an den Tisch heran, und richtete seine Worte in Algemeen, wie die Allgemeinsprache genannt wurde, an die Anwesenden; "Seiet gegrüßet Elfen," wobei er nach links Blickte, "und die Zwergen-Gesandten Kok nebst Begleitern Ror und Mem," der Blick wanderte nach rechts zu den Hauptgästen des Abends. Somit war auch ich im Blickfeld des Hochwohlgeborenen und sogleich sagte er, auch der Gesandte des Waldelbenreiches, sowie die Magiekundigen Damen Ellamir und Morgaina will ich Willkommen heißen," wobei sein Blick wieder nach links wanderte und besonders an dem Rotschopf hängenblieb, dem die Locken ins Gesicht fielen. Hm, ein Stirnband währe hilfreich gewesen, dachte Gilrond, der König. Zum Schluss der feierlichen Begrüßungsrede sprach er noch die Floskel; "möge ein gutes Schicksal unsere Gedanken leiten." Nun setzte sich der König und alle im Saal taten es ihm nach. Mit Belustigung wurde ich gewahr, dass den Zwergen links neben ihre Stühle Kisten gestellt worden waren, um ihnen das Platznehmen auf den Elfenstühlen zu erleichtern. "Verehrter Kok," sagte nun der König, zeigt uns nun was ihr unter euren Hallen gefunden habt." Kok gab Ror einen Wink und dieser nahm den Kasten auf, der sich neben seinem Stuhl befunden hatte und im Gänsemarsch begaben sie sich zum Kopfende. Kok blieb an der Tischecke stehen und Ror trat neben den König, stellte den Kasten vorsichtig auf den Tisch und öffnete den Deckel. "Oh," entfuhr es Ror, die Farbe ist während der Reise noch mehr verblasst. Der König schaute auf das inzwischen hellblaue Gebilde, dass eine perfekte Eiform aufwies und trotz schuppenförmiger Oberfläche recht ästhetisch wirkte. Die anwesenden Gelehrten reckten die Hälse und fingen sofort an sich untereinander über die Herkunft dieses Dings auszutauschen. Der Zeremonienmeister, der links vom König diesem am nächsten saß, sandte einen strengen Blick in der Saal und griff nach dem Glöckchen. Nach dem ertönen des lieblichen Klingeling, war es schlagartig still im Raum. "Bitte meine Herrschaften, untereinander können sich alle in der Pause austauschen!" Nun wollen wir erst dafür sorgen, dass alle diesen Gegenstand genau betrachten können. Zu Kok gewandt, "euer Begleiter sollte am besten mit dem Kasten von Platz zu Platz den Tisch umrunden, so können sich alle gleichermaßen ein Urteil bilden!" Kok nickte und Ror nahm den offenen Kasten auf und begann links vom König seinen Weg. Ror war bereits an fünf Plätzen vorbeigeschritten und hatte jedes mal kurz gehalten und das Ding im Kasten beschauen lassen. Nun, als er zum nächsten Platz gehen wollte, auf dem das rothaarige Halbblut saß, sprang ihre Nachbarin zur linken mit großen Augen auf und starrte den Kasten an. Für eine Hochelfe war eine solch unverhohlene Neugier höchst ungewöhnlich. Ror war unversehens stehengeblieben und fragte sich was er davon halten sollte. Oder löste dieses Verhalten gar nicht der Kasteninhalt aus, sondern... Ror. In seinem Kopf begann es zu arbeiten. Ror wusste wohl, dass er eine imposante Zwergenerscheinung war, und auch frisch gesuhlt. Der König schaute auf die Szenerie und sein Gesicht war ein einziges Fragezeichen. Der Zeremonienmeister an seiner Seite saß wie versteinert und seine vornehme Gesichtsblässe war einem fahlen Grau gewichen. Was für ein ungebührliches Verhalten in diesen ehrwürdigen Hallen. Mein Blick war, so wie der Blick aller Anwesenden, von einer schnellen Bewegung gegenüber angezogen worden und ich fragte mich spontan, was da vor sich ging. Eine der beiden Magiekundigen Frauen war aufgesprungen, als befände sich in dem Kasten den sie anstarrte eine giftige Viper. Oder galt ihr erschrockener Gesichtsausdruck etwa dem Zwerg? Kannte sie ihn etwa? „Oh, was führ ein hübsches Ei!" Die Halbelfin lenkte die Aufmerksamkeit auf sich und auch Ror schaute sie nun an, während die Begleitung der Rothaarigen sich langsam, wie in Trance, wieder setzte und mit starrem Blick geradeaus ins Leere blickte. Mein Blick ging zu meiner Gegenüber und ihrer zu mir, aber durch mich hindurch. Kannte sie mich vielleicht auch?
Die Rotgelockte hatte die Situation gerettet und fragte Ror nun in Algemeen; dürfte ich es in die Hand nehmen. Ror schaute zu Kok und der zum König. Dieser nickte leicht und so nahm Morgaina das hell blaue Ei aus dem mit Stroh gepolsterten Kasten. Sofort schüttelte sich Morgaina leicht, so als hätte sie etwas saures gekostet. „Wél flapa résya (nicht fallen machen)," ertönte Rors Warnruf und Morgaina legte das Ei wieder so vorsichtig wie es die zittrigen Hände erlaubten zurück ins Stroh. Auch Morgaina's Pupillen waren geweitet und ein allgemeines Raunen ging durch den Saal. Diesmal schritt der Zeremonienmeister nicht ein. Wahrscheinlich war er von dem Erlebten zu sehr verwirrt, als sich an den zusammengesteckten Köpfen und dem gestikulieren mit den Händen zu stören. Auch Gilrond schaute überrascht und dachte bei sich, dass die Sache möglicherweise ernster war, als er es bisher geglaubt hatte. Die beiden Magiekundigen spürten etwas, dass war deutlich zu sehen. Ror setzte seinen Weg fort, ging an Ellamir aber vorbei und blieb erst beim nächsten wieder kurz stehen. Ellamir reagierte sowieso nicht und starrte weiter vor sich hin. Die anderen Konferenzteilnehmer hatten, wohl aufgrund des Erlebten, keinerlei Bedürfnis das Objekt anzufassen, und so machte der Zwerg zügig seine Runde. Einmal hielt einer der Anwesenden seine beiden flach ausgestreckten Handflächen über den Kasten und mit halb geschlossenen Augen murmelte er etwas in einer mir unbekannten Sprache. Der Mann war kein Elf. Er sah auf den ersten Blick wie ein schon sehr alter Mensch aus, mit einem langen, grauen Bart hinter dem schemenhaft ein verwittertes Gesicht zu erkennen war und einem ebenfalls Grauen, langen Gewand. Dass er kein Mensch war, sah man nur an seinen Augen, denen ein leuchten innewohnte und auch an seiner Haltung. Diese Haltung passte nicht zu einem Menschen-Methusalem. An dem hohen, spitzen Hut, so grau wie das Gewand, der neben ihm auf dem Tisch lag war er eigentlich als ein Vertreter der Zauberer-Gilde gekennzeichnet, aber mein Gespür sagte mir, dass in dem Bärtigen mehr steckte als ein gewöhnlicher Zauberer, von denen nicht wenige den Ruf hatten die Augen derer die sie beobachteten zu täuschen. Bald kam Ror auch an mir vorbei und unwillkürlich bog ich den Oberkörper etwas zurück. „Trénla ré wél dólekona (Es ist nicht gefährlich), har, har, har!" War es das wirklich nicht? Ich fühlte mich etwas unwohl, weil ich leicht zurückgeschreckt war. Was sollten die Hochelfen und Zwerge von dem Waldelf halten? Ich beschloss, mich ab jetzt mehr zusammenzureißen. „Låý dólekos mélin fó låý ándoh!"(Die Gefahren sitzen in der Seele), antwortete ich und mit einem Nicken setzte der Zwerg seinen Weg fort und beendete die Tischrunde. Er stellte den offenen Kasten wieder neben den König und diesem schien die Nähe des Eies nicht mehr so ganz geheuer.
Alle im Saal schauten nun erwartungsvoll den König an. Dieser wendete den Blick zuerst zu seinem Zeremonienmeister, der aber nur geradeaus ins Leere schaute und sich nicht rührte. Dann wanderten seine Blicke, schräg, zu den beiden Magiebegabten. Aber die Elfin starrte ebenfalls nur ins Leere, als wenn sie unter Schock stünde und ihre Begleitung, hatte den Kopf nach links gedreht und hielt ihre Hand. Da ihm auf der linken Seite keine Aufmerksamkeit geschenkt wurde, wandte sich Gilrond nun nach rechts, Kok zu, der immer noch an der Tischecke stand und sagte zu ihm; „Ihr und Ror könnt euch wieder setzen. Lasst den Kasten hier stehen. Von hieraus ist er von allen am besten zu sehen. Kok nickte kurz und begab sich mit Ror im Schlepptau wieder auf seinen Platz. Nun ging der Blick des Königs nach schräg rechts, zu dem Alten mit dem grauen Bart, der ihm wohl bis zum Bauchnabel reichte. „Randir (Wanderer), was sagt ihr zu diesem mysteriösen Objekt?" Der Zauberer schaute Gilrond ohne jede Gefühlsregung an und sagte; „dieses Objekt ist nicht aus Stein, es befindet sich Leben darin!" „Aber dieses Ding lag wohl Jahrtausende tief im Schoß der Erde!" Mem, der dritte Zwerg hatte diesen Satz, sichtlich aufgewühlt, ausgestoßen. „Um so dringender müssen wir herausfinden, welche Art von Leben ihm innewohnt!" Randir schaute zu den Magiekundigen Frauen hinüber. „Ich glaube, ich bin nicht der Einzige hier, in dieser Halle, der den Lebensgeist im Inneren dieses sogenannten Dings verspürte!" Die beiden schüttelten nur leicht den Kopf, sagten aber nichts. „Ihr habt recht Randir, versuchen wir also den Ursprung unseres Objektes zu erkennen!" Gilrond wandte sich Kok zu und sagte; Herr Delegierter, ich vernahm, dass auch eure Heiler schon ähnliches vermuteten!" „Ganz recht, auch wenn dies bis zum heutigen Zeitpunkt weder von unserem König, noch von seinen Beratern, zu denen auch ich mich zähle, besonders Ernst genommen wurde! Doch wegen den jüngsten Ereignissen müssen wir eine solche Möglichkeit wohl in Erwägung ziehen!" „So dann, mein Hoher Rat, wer hat eine Idee, die uns den Ursprung offenbart?" „Herr König!", meldete sich der Graue zu Wort. „Dieses sogenannte Objekt hat eindeutig die Form eines Eies!" „Ihr habt wieder Recht, Randir und bei Ei denkt man unweigerlich an einen Vogel!" „Än os lor (Einen großen Vogel)!", warf mein Tischnachbar zu meiner Rechten in Elfisch ein. „Wir dürfen die Oberfläche des Eies nicht übersehen!", sagte ich. „Ihr meint die sich verändernde Farbe?", fragte der Zeremonienmeister. „Nein, ich meinte die Oberflächen-Struktur, sie hat eine Schuppenform!" Im Saal war Geraune zu hören und der Zeremonienmeister griff zum Glöckchen. Als sich der Geräuschpegel gesenkt hatte, schob ich „Schuppen haben Fische und Reptilien, nicht war?", nach. „Aber Fischeier sind eher rund statt oval!", meinte der Zeremonienmeister. „Ganz recht, bleiben Reptilien übrig!" Der Hochelfen-Gelehrte mit dem meckernden Lachen, schaute zu mir rüber und nickte zustimmend mit dem Kopf. Ich konnte förmlich spüren, was er dabei dachte, nämlich; wie gut das dieses Exemplar von einem Waldelfen noch nicht mit seinem Kopf vor einen Baum gelaufen ist. „Olalili än ós serpŝiĥkret (Vielleicht eine sehr große Schlange)!", meinte wieder mein rechter Nachbar in Elfisch. „Oder ein Drache!", rief mit lauter Stimme der Zauberer und nach einer kurzen Phase der absoluten Stille brach ein Orkan an undefinierbaren Geräuschen los. Der Zeremonienmeister griff automatisch zum Glöckchen...und lies es wieder sinken. Das Klingeln hätte sowieso keiner gehört. Er schaute auf sein bisheriges, wichtigstes Macht-Instrument und dachte wohl dabei, dass es langsam Zeit für den Ruhestand währe. In seinem Innersten hatte Gilrond schon lange einen vagen Verdacht gehegt, aber diesen Gedanken immer verdrängt. Er war einfach zu schrecklich. Die drei Zwerge neben mir schauten mit vorgebeugtem Oberkörper und offenen Mündern an mir vorbei zum Zauberer. Dieser saß da, mit stoischer Mine, als hätte er das normalste von der Welt gesagt. Der Elfengelehrte, den ich zu Beginn der Konferenz gesprochen hatte rief aufgeregt; „aber die sind doch schon seit Jahrtausenden ausgestorben!" „Sind sie das?", antwortete der Graue kühl. Ich schaute zu meinen Gegenüber und dann der Rothaarigen direkt in die Augen und wusste plötzlich, dass das Wort Drache für sie nichts ungewöhnliches hatte.„Ein Drache also, meint ihr, Randir!" Der König schaute bei diesen Worten auf das Ei, als wenn er gerade eine Schlacht verloren hätte. „Mein ehrenwerter Urgroßvater wurde einst, in der Dagor Menel (Himmels-Schlacht), mitsamt dem Adler der ihn trug, gegrillt. Ohne dem Bündnis mit den Riesenadlern, währe es damals, vor Jahrtausenden, um unsere Welt geschehen gewesen. „Wenn es wirklich so sein sollte, Majestät, dann ist unsere Welt erneut in Gefahr. Wer weiß, wie viele von diesen Eiern noch im Boden verborgen sind!", der Zeremonienmeister hatte die Gesichtsfarbe von Fahl-Grau, inzwischen, zu Blass-Grün gewechselt. „Wenn es auch wirklich ein Drache sein sollte, so ist ja noch nicht klar welche Rasse er angehört!", warf ich ein. „Man cared i an er-imica?" (Was macht das für einen Unterschied?), fragte mein übernächster Nachbar zur Rechten. „Das macht einen großen Unterschied!", antwortete der, der Randir genannt wurde. Er beherrschte also auch die Elfensprache, noch dazu die verschiedenen Dialekte. Der Gedanke, dass dieser Randir mehr als nur ein gewöhnlicher Zauberer war verstärkte sich immer mehr. „Es ist nicht dasselbe, ob ein Drache Feuerspeien oder Fliegen oder vielleicht gar beides kann!"
Randirs Worten folgten ein allgemeines, zustimmendes Gemurmel im Saal. „Oh ja!", antwortete der König. „In der Schlacht, in der mein Urgroßvater viel, kämpfte er gegen jene Sorte der feuerspeienden Flugdrachen, die gefährlichste Art dieser scheußlichen Kreaturen!" Bei > scheußlichen Kreaturen < ruckte der Kopf der Halbelfe etwas in die Höhe und sie drehte das Gesicht dem König zu. Ihr Verhalten kam mir immer merkwürdiger vor. Hatte sie vielleicht ein besonderes Wissen, die Drachen betreffend? Ich beschloss sie und ihre Freundin im Auge zu behalten. „Wenn ihr erlaubt, eure Majestät, so sollten wir uns veranschaulichen welche Drachenarten einst existierten!", schlug der Zeremonienmeister vor. „Eine gute Idee, darüber weiß ich aus Aufzeichnungen wohl bescheid!", meinte Gilrond und begann auf zuzählen. „Da gab es die flügellosen Landdrachen, die feuerspeienden Landdrachen, die Flugdrachen, die feuerspeienden Flugdrachen und diese Meeresdrachen, die riesige Flossen anstatt Beine hatten!" „Sin dan úsevnaur!" (Diese aber nicht haben Feuer) he,he,he, kicherte ein Elf hinter vorgehaltener Hand in meiner Nähe leise. Der Zeremonienmeister hatte es bestimmt mitbekommen, aber dem schien inzwischen sowieso alles egal zu sein. „Es gibt noch eine Art!", Randirs Worte klangen wie Donner. „Was redet ihr da, Randir?", Gilrond meinte sich bei; es gibt, verhört zu haben. Die beiden mir gegenübersitzenden Frauen schauten sich erschrocken an. Aha, dachte ich, ich komm' euch schon noch auf die Schliche. „Es gibt Berichte, dass es in einem verborgenen Winkel einen Ort gibt, wo es Menschen schon vor langer Zeit gelungen sein soll Drachen zu Züchten und auch zu Zähmen!" Des Zauberers Worte hatten ein ähnliche Wirkung, als wenn er > eine Viper < gerufen hätte. Einige der Konferenzteilnehmer waren aufgesprungen und es herrschte ein Ohrenbetäubender Lärm. Gilrond und sein Zeremonienmeister saßen da mit herunter geklapptem Unterkiefer. Einer im Saal rief zum Zauberer, „wollt ihr etwa behaupten, dass die Menschen sich gegen unsere Welt verschworen hätten!" Menschen hatten unter Elfen und Zwerge ohnehin einen etwas zweifelhaften Ruf. In der Dagor Menel hatten zwar einige Menschen-Stämme mit dem Bündnis von Elfen, Adlern und Zwergen, gekämpft, aber einige ihrer Stämme auch auf der Gegenseite. Diese Wesen waren also mit Vorsicht zu genießen. „Nein, das will ich nicht! Es ist vielmehr so, dass lange Zeit nach den Ereignissen der Schlacht, ein Mensch, offenbar auf einer Inselgruppe, ein paar Drachen vorfand. Zunächst fürchtete er sich vor ihnen, aber mit der Zeit gewöhnte er sich an ihre Anwesenheit und als einige Schiffbrüchige strandeten unterwies er sie im Umgang mit den Drachen, damit sie nicht angegriffen wurden. Zwei Generationen später fanden ihre Enkel einen Weg die früheren, wilden Bestien zu zähmen. Die Bewohner dieser Dracheninseln haben ihr Wissen immer geheim gehalten, damit böse Wesen, ob Mensch oder andere, dieses Wissen nicht ausnutzen um die gezähmten Drachen als Waffe zu benutzen!" „Dann habt ihr ein Wissen, dass selbst wir Hochelfen nicht haben!" Obwohl Gilrond offenbar mit diesem Randir bekannt war, konnte man deutlich die Überraschung in seinem Gesicht ablesen. Auch ich fühlte mich völlig geplättet. Zahme Drachen in den Händen von Wankelmütigen Menschen. Was für ein Gedanke. Zunderbüchsen auf vier Beinen wirkten für Waldbewohner zwangsläufig erschreckend.
Der König gab dem Zeremonienmeister das Zeichen die Glocke zu läuten. Nachdem Stille eingekehrt war verkündete Gilrond der Versammlung, das die Sonne den Zenit erreicht habe und die Delegierten sich Stärken sollten und das Gehörte verarbeiten könnten. Außerdem ermahnte er alle stillschweigen über das in der Konferenz gehörte zu bewahren. Wenn die Sanduhr zweimal durchgelaufen ist, solle man sich wieder hier einfinden. Was essen? Wäre jetzt gar keine so schlechte Idee, dachte ich. Aber bloß kein Omelett. Bei diesem Gedanken musste ich auf dem Weg zum Ausgang lächeln und bemerkte, dass der Elfengelehrte mir entgegensah und mich ebenfalls anlächelte. Was für ein liebenswürdiger Waldschrat, dachte er, und immer gut gelaunt. Ich wollte zu dem Treppentürmchen abbiegen, um mein Gemach zu erreichen, als ein königlicher Page mich aufhielt und mir eröffnete, dass ich an die Tafel des Königs geladen sei. Was für eine Ehre, dachte ich, und, hoffentlich gibt's nicht nur Fleisch. Ich trottete also hinter dem Pagen her und erreichte bald die königlichen Gemächer. beim Eintreten erkannte ich sofort die auffällige Gestalt des Zauberers. Er sprach gerade in einem erstaunlich, vertrauten Ton mit Gilrond. Der König hob den Blick, als er mich gewahr wurde und sagte, „nehmt euch vom Tisch was ihr begehrt, Tauron und stärkt euch!" „Ich danke euch Majestät!" Mit Befriedigung stellte ich fest, dass sich auf der Tischplatte auch eine Menge Grünzeug tummelte. Ich nahm ein Schälchen mit einem dickflüssigen Inhalt und schaufelte einige Salatblätter auf einen hölzernen Teller. Inzwischen war der Zwergen-Abgesandte eingetreten und machte sich sofort über große Teile eines gebratenen Schweins her. Mir würgte es etwas im Hals und ich beschloss mich frech zu Randir und Gilrond zu gesellen. Mit der Linken hielt ich den Teller mit dem Salat und dem Schälchen drauf und mit der Rechten nahm ich eins der Blättchen und stupste es leicht ins Schälchen. Um einen ausgewogenen Geschmack zu erzielen, ist es wichtig, dass man den guten Salat nicht im Dressing ersäuft. Auf einer Backe kauend fragte ich einfach mal los. „Was meint ihr, Herr Randir, haben wir es mit einem Drachen-Ei zu tun und wenn ja, mit welchem?" „Ich bin überzeugt, dass es sich um ein Drachen-Ei handelt, jedoch ist mir noch nicht klar, um was für eins!" „Lasst uns doch bequem am Tisch Platz nehmen, dann kann auch der ehrwürdige Kok an der Unterhaltung teilhaben!" Bei diesen Worten schielte Gilrond verstohlen zu Kok hinüber, der gerade mit dem Gesicht in einem großen Stück Schwein steckte. Als alle platzgenommen hatten, fragte ich mich wo die Magiebegabten Frauen seien. Kenntnisse von Drachen hatten sie, das hatte mir ihr Verhalten während der Konferenz deutlich gezeigt. Offenbar wusste der König nicht so recht, ob ihnen auch zu trauen war, oder warum sonst waren sie bei dieser Geheimzusammenkunft nicht anwesend? „Was für ein Scheusal könnte nun in dem Ei stecken?" Gilrond schaute Randir erwartungsvoll an. „Welches auch immer eure Majestät, es gibt nur zwei Wege, das herauszufinden! Weg Eins wäre zu warten bis er schlüpft! Weg Zwei wäre Kontakt mit den Dracheninselleuten aufzunehmen!" „Warten bis es Schlüpft? Seid ihr dem Wahnsinn verfallen?" „Ist es frisch geschlüpft werden wir erkennen was es ist und können es dann, bei Bedarf immer noch töten!", mischte ich mich ein. „Warum nicht gleich das Ei zerschlagen!" Gilrond war eindeutig kein Freund von Drachen. „Dracheneier kann man nicht so einfach zerschlagen, kein Stahl ist hart genug dazu!" Randir's Worte trugen nicht unbedingt zur Beruhigung des Königs bei. „Also, Randir nun sagt mir was euch bewog mich um diese Geheimzusammenkunft zu bitten!" „Nun, ich denke wir sollten eine Seeexpedition ausrüsten und das Ei zu den Drachenmenschen bringen. Die werden wissen was damit zu tun ist!" Menschen von denen ich nicht das Geringste weiß, eine solche Waffe schicken?" „Wenn diese Inselbewohner böses im Sinn hätten, wären sie mit Hilfe ihrer Drachen schon vor vielen Jahren über unsere Welt hergefallen!" „Gut, deine Worte leuchten ein, aber weißt du denn den Weg zu ihnen?" „Nein, jedoch habe ich Hinweise, dass zwei Teilnehmer der Konferenz dieses Wissen haben!" Ich wusste sofort von wem Randir sprach. Aus der Richtung von Kok ertönte schmatzen. „Und warum sind diese > zwei Personen < nicht schon mit der Sprache herausgerückt?" „Ich vermute, dass sie sich zum Stillschweigen verpflichtet fühlen!", meinte der Zauberer mit nachdenklicher Mine. „Hmmh, dann muss man sie fragen, niemand weiß wie lange das Drächelchen noch im Ei bleibt!", sagte Kok schmatzend. „Und wenn sie es nicht sagen wollen!" Kok hob lächelnd den Kopf. „Foltern!" Gilrond machte große Augen. „Folter, unter meiner Regentschaft? Ach, das wäre mir aber unangenehm!" „Und den beiden erst!", meinte Randir und ließ ein glucksendes Lachen hören.
Gilrond schaute Randir an und sagte, „wir Beide werden sofort zu ihnen gehen und ein ernstes Wort mit ihnen reden. Es steht möglicherweise die Sicherheit unserer kompletten Welt auf dem Spiel. Egal welchen Grund sie haben, sie sind vor allem ihrem König verpflichtet!“ „Jawohl, mein Herr Gilrond!“, meinte Randir und der König zu mir und Kok gewandt, „dann hebe ich die Tafel jetzt auf und ihr könnt euch zu euren Quartieren begeben, bis euch die Glocke erneut zur Zusammenkunft ruft!“ Ich nickte leicht und Kok packte noch schnell ein Hühnerbein in ein Tuch. Auf dem Weg zu meiner Unterkunft dachte ich noch über die zwei Frauen nach und hoffte, dass sie vernünftig sind und ihr Wissen dem König sowie dem Zauberer anvertrauten.
Ich lag mit dem Rücken auf dem Bett und war in Gedanken versunken, als die Glocke ertönte. Sofort war ich auf den Beinen. Die Mittagsruhe hatte länger gedauert als geplant und deshalb hegte ich die Befürchtung, dass Gilrond die Unterhaltung mit den zwei Magie-Begabten in den Folterkeller verlegt hatte. Aber eigentlich passte eine solch barbarische Vorgehensweise nicht zur noblen Art der Elfen. Jedoch, wenn das Hochelfenreich in Gefahr war, wer konnte schon wissen, wie Gilrond, in seiner Panik vor Drachen, reagiert. Ich beeilte mich den Treppenturm hinabzusteigen und war beim Eintreten in den Saal schon etwas erschrocken, als ich die beiden Frauen nicht sah. Tatsächlich blieben ihre zwei Stühle, auch nachdem sich alle Anwesenden gesetzt hatten, leer. Gilrond betrat mit Randir den Raum, was ungewöhnlich war. Sie waren aus der Tür neben dem Kamin getreten. Das war eindeutig gegen die Etikette und der Zeremonienmeister konnte einem nur leidtun. Alle Anwesenden waren aufgestanden und der König wartete, bis der Zauberer an seinem Platz angekommen war. Nun setzte sich Gilrond und alle taten es ihm nach. „Verehrte Versammelten, begann er eine Rede, ich hatte, mit der Unterstützung des geschätzten Randir, eine gesonderte Unterredung mit den Magie-Kundigen Ellamir und Morgaina. Wie es scheint ist der jüngste Bruder der Dame Morgaina, der halb Elf und halb Mensch ist, ein Bewohner der Dracheninsel!“ Geraune erhob sich im Saal, doch diesmal reagierte der Zeremonienmeister und nach dem klingeln des Glöckchens legte sich sofort das Raunen und es kehrte schlagartig Ruhe ein. „Die beiden mussten versprechen stillschweigen zu bewahren, denn die Drachenleute befürchteten vom Rest der Bewohner unserer Welt als Bedrohung angesehen zu werden. Die zwei Damen versicherten mir, dass die Drachenzähmer keine feindlichen Absichten hegen. Jedoch ist nicht auszuschließen, dass es dunkle Kreaturen in unseren Landen gibt, die, wenn sie Wissen, von der Möglichkeit Drachen zu Zähmen, erlangen, dieses Wissen gegen uns alle richten würden und uns große Ungemach bereiten könnten. Ich ermahne daher alle Anwesenden, die nicht meinen Zorn als König der Hochelfen auf sich ziehen wollen, von dem hier Gehörten stillschweigen zu waren!“ Bei allen Anwesenden war zustimmendes Nicken zu beobachten. Allen war klar, dass wenn die Kunst der Zähmung solch gefährlicher Bestien öffentlich wurde, dies die Welt der Elfen, Zwerge und Menschen in den Abgrund reißen könnte. Gerade als ich mich fragte, warum die zwei Frauen nicht mehr zur Konferenz gekommen waren, sagte Gilrond, „Ellamir und Morgaina sind bereits zur Küste abgereist, wo sie ein schnelles Schiff besteigen werden, um die Drachenmenschen von den Begebenheiten rund um unser schuppigem Ei zu unterrichten!“
„Werden sie jemanden schicken, um das Ei zu untersuchen?", fragte ein Elf. „Es wird schneller gehen, wenn wir ihnen, mit dem Ei, entgegenreisen!", meinte Randir. „So wird es auch sein, Randir! Die Dame Morgaina versicherte mir, um unser Anliegen zu beschleunigen, ihren Bruder zu bewegen die Strecke zum Festland mit einem Flugdrachen zurückzulegen!" Nun wandte ich mich zum König und fragte, „sind die Dracheninseln denn nicht sehr weit entfernt von unserer Küste gelegen, Majestät?" „Das sind sie, werter Tauron, doch muss das Schiff von Morgaina und Ellamir nicht bis zu den Inseln gelangen, denn Morgaina sowie ihr Bruder besitzen jeweils einen magischen Gegenstand, der es ihnen erlaubt miteinander zu Kommunizieren, jedenfalls ab einer gewissen Entfernung! Kommt das Schiff den Inseln nahe genug, sodass eine Nachricht empfangen werden kann, ist der Plan, dass Morgaina ihren Bruder bittet, mit seinem Flugdrachen, von dem sie mir versicherte, dass er kein Feuerspeier sei, dem Schiff entgegenfliegt, was den Vorteil hätte, dass der Drache auf dem Schiff landen und sich für den Weiterflug zum Festland erholen könnte. Ich möchte nicht verhehlen, dass ich die Kunde, dass die Drachen die Entfernung zwischen ihren Inseln und unserem Festland nicht in einem Stück überwinden können, mit Erleichterung aufgenommen habe!" „Die Schiffsbesatzung wird einen gehörigen Schreck bekommen, wenn ein leibhaftiger Drache auf ihrem Kahn landet!", rief lachend der Zwerg Mem. „Damit es auf dem Schiff keine Panik gibt, habe ich Ellamir einen versigelten Brief für den Schiffsführer mitgegeben! Wenn das Schiff den richtigen Abstand zu den Inseln erreicht hat, soll der Brief übergeben werden, damit der Schiffsführer die Mannschaft auf das Kommende vorbereiten kann und es keine Panik gibt, nicht dass noch welche vor Schreck über Bord springen!" „Warum müssen wir dem Drachen entgegenreisen, wäre er denn durch die Luft nicht auch schnell hier!", fragte Ror. „Ein Drache, hier, in meiner Stadt?", Gilrond schüttelte energisch den Kopf. „Abgesehen, dass die Existenz von Drachen geheim gehalten werden muss, will ich die Biester ganz bestimmt nicht in meiner weißen Stadt! Ich habe als Treffpunkt einen entlegenen, einsamen Ort gewählt, an dem die Zusammenkunft unbemerkt vonstatten gehen kann!" „Dann müsste die Begleitmannschaft für dieses Abenteuer bestimmt werden!", sagte ich voller Hoffnung, auch ausgewählt zu werden. Wann hatte man schon die Gelegenheit einen leibhaftigen Drachen zu sehen. „Nun, Ihr werdet Dabeisein, Tauron, denn die Ausgewählte Route führt durch das Waldelfenreich!" „Es wird meinem König eine Ehre sein, der Drachengemeinschaft eine Rast in seiner Stadt der Bäume zu gewähren!" „Drachengemeinschaft!", Gilrond schaute wie überrascht auf, „ja, so soll diese Unternehmung genannt werden, die Reise der Drachengemeinschaft!" „Wer soll noch der Gemeinschaft angehören?", rief ein Elf, aufgeregt, in den Saal. „Nun, da das Ei in Zwergenheim gefunden wurde ist klar, dass meine Person nebst meiner Eskorte auf diese Reise geht!", sagte Kok bestimmt. „Natürlich, verehrter Kok und der euch bereits bekannte Elf Gondil wird als Vertreter der Hochelfen teilnehmen, sowie auch der Zauberer Randir soll euch begleiten! Dieser Zauberer trägt das Wissen um viele Dinge in sich und mit eurer Zustimmung, will ich ihn zum Anführer der Gemeinschaft bestimmen!" Kok nickte und somit waren die Angehörigen dieser Aventure beschlossen. Zwölf Zwerge, ein Waldelf, ein Hochelf und ein Zauberer, von dem ich mir gar nicht so sicher war, dass er dem Menschengeschlecht angehörte.
„Die Drachengemeinschaft wird Morgen in der Frühe aufbrechen! Randir und Tauron, kommt in einer halben Sanduhr zu mir, ich möchte euch noch etwas, für die Reise, mitgeben. Nun erhob sich der König und alle Anwesenden taten es ihm gleich. Der Zeremonienmeister verkündete mit lauter Stimme; „die hohe Ratsversammlung ist beendet!" Während der König durch die Tür neben dem Kamin schritt, strebten alle Anderen der beiden Seitentüren des Ratssaales zu, die hinaus zur Balustrade mit der breiten Treppe führte. Es war ein wildes durcheinander von Stimmen zu hören. Viele gingen nebeneinander, die Köpfe zusammengesteckt und diskutierten das Gehörte. Ich trat dicht hinter den Zwergen in den Bogengang, der dem Ratssaal im ersten Stock vorgelagert war und dann die breite Treppe hinunter in den Außenbereich des Palastes. Während die Zwerge ihren Quartieren zustrebten, bog ich nach links in Richtung Ruhegarten ab, der hinter einer hohen Hecke lag. Ich ging durch den, mit reichen Schnitzereien verzierte, hölzernen Bogen und in einer Nische, in der Hecke, setzte ich mich auf eine Bank, deren Rückenlehne aus geschnitzten Blattranken bestand. Tief zog ich die Luft des Gartens in meine Lungen. Sie waren halt an die meist frische Waldluft gewöhnt, anstatt an die, die in Städten herrschte. Ich freute mich, dass die Reise auch durch meine Waldheimat führte. Mein König bekommt bestimmt einen Schock, dachte ich mir, wenn er von dieser Drachensache erfuhr. Aber durfte ich ihm überhaupt etwas sagen? Das, in der Ratszusammenkunft, Gehörte war ja geheim. Anderseits musste doch der Regent des Waldreiches über eine mögliche Gefahr, noch dazu eine in dieser Größenordnung, Bescheid wissen. Ich war meinem König verpflichtet! Obwohl, der Gemeinschaft hatte ich mich auch verpflichtet. Schwierige Sache, diese Angelegenheit. Ich beschloss, Randir auf meinen Gewissenskonflikt anzusprechen. Er wusste sicher einen Rat.
Ehe ich mich versah, war es auch schon Zeit, mich auf den Weg zum König zu machen. Am Türbogen des Gartens angekommen, drehte ich mich noch einmal um. In der Natur fühlte ich mich halt am wohlsten. Morgen würde ich ein Pferd besteigen und über weite Strecken nicht aus dem Sattel kommen. Wald ist kein Pferdeland und darum reiten Waldelfen eher selten. Mein armes Hinterteil. Vor den königlichen Gemächern traf ich auf Randir, der dort schon wartete. Noch bevor ich das Wort an ihn richten konnte, erschien der Kammerherr und bat uns, höflich, einzutreten. Gilrond saß auf einem von drei Scherenstühlen, die im engen Kreis aufgestellt waren. „Kommt, meine Freunde und setzt euch!" Diese außergewöhnlich, zuvorkommende Behandlung hatte ich bestimmt dem Umstand zu verdanken, dass der hohe Herr mit dem Zauberer befreundet war. Als wir beide saßen, kam Gilrond, gleich und ohne Umschweife, zur Sache. Zu meiner Überraschung wandte er sich zuerst an mich. Verehrter Tauron, ich habe, für euren König, einen Brief, den ihr überbringen sollt! Darin unterrichte ich ihn über alle wichtigen Dinge, die er über eure Fahrt wissen muss. Damit hatte sich mein Gewissenskonflikt aufgelöst und ich brauchte mich nun nicht mehr, um Rat, an den Zauberer zu wenden. „Randir!", wandte sich nun Gilrond dem Zauberer zu. „Führ dich habe ich etwas ganz besonderes!" Mit sehr feierlicher Mine überreichte der König ihm ein kleines, flaches Holzkästchen. Randir öffnete es und ein Gegenstand kam zum Vorschein, der aus einer blankpolierten Scheibe mit einem Stilgriff daran, ganz aus Bronze, bestand. „Ein Spiegel?", entfuhr es ihm überrascht. „Kein gewöhnlicher Spiegel, Randir! Er vermag es, dass du mit einer weit entfernten Person sprechen kannst, vorausgesetzt die Entfernung ist nicht zu groß! Auch kannst du diese Person im Spiegel sehen, wenn auch nur schemenhaft und wegen der kleinen Spiegelscheibe nur das Gesicht!" „Welch wunderbares Zauberding!", entfuhr es Randir. „Wie benutzt man es?" „Wenn eine Person mit dem Gegenstück in die nötige Reichweite kommt, fängt die Bronzescheibe leicht grünlich an zu strahlen! Dann musst du den Spiegel nahe vor dein Gesicht halten und wenn du die schemenhafte Gesichtsumrisse desjenigen Inhabers, der das Gegenstück deines Zauberspiegels besitzt, siehst, kannst du mit ihm sprechen!" „Dann ist dies so ein magiescher Gegenstand, wie Morgaina und sicher auch ihr Bruder besitzt, ihr hattet ja im Rat davon gesprochen?" „Ganz recht, hüte ihn gut, denn es gibt nach meiner Erkenntnis nur drei davon!" „Ich werde ihn hüten wie meinen Augapfel!", versprach Randir, sichtlich ergriffen, ob dieser wundervollen Gabe. Ich dachte mir, dass sicherlich Morgaina oder Ellamir den Zauberspiegel dem König überlassen hatte, damit der Drachenexperte die Gemeinschaft am Treffpunkt leichter finden konnte. Das Gebiet war sehr weit und einsam. „Meine Freunde, begebt euch nun zu euren Quartieren! Morgen beginnt eine Anstrengende Reise für euch und ihr müsst Kraft sammeln!" Randir und ich erhoben uns mit dem König und während Randir den Kopf leicht neigte, vollzog ich eine tiefe Verbeugung. Schließlich musste ich als Vertreter des Waldelfenreiches einen guten Eindruck hinterlassen. Eine viertel Sanduhr später, lag ich auf meinem Lager und während sich die Lieder langsam schlossen, glitt ich schon, nach und nach, ins Oron-Lórien (Traumland der großen Bäume) hinüber und sah plötzlich die Stadt der Bäume vor mir. Meine Heimat.
Ein Lichtstrahl kitzelte mich an der Nase und holte mich langsam aus dem Reich der Träume zurück in die Realität. Ich lag mit meinen Kleidern noch so da, wie ich mich aufs Bett hatte fallen lassen und eingenickt war. Durch das offene Fenster blinzelnd, erkannte ich, dass die Sonne eben gerade ihren oberen Rand über den Horizont geschoben hatte. Das Land lag im Westen noch in völliger Dunkelheit und von Osten her zwitscherten schon eifrig die Lerchen. Ich rappelte mich mühsam hoch und schlurfte zum Fensterbogen. Ich schnupperte die kühle, frische Morgenluft, als ein grelles Licht von links meine Aufmerksamkeit auf sich zog. Meinen Oberkörper weit nach vorne gebeugt schaute ich zur linken Hand nach der Quelle und erkannte, dass die Sonnenstrahlen inzwischen die Goldene Turmspitze der Weißen Stadt erreicht hatten und von ihr reflektiert wurden. Wie das strahlte und funkelte. Ein Schauspiel, dass ein jedes Elfenherz erfreuen musste. Und Zwerge wohl auch. Ach ja, die Zwerge. Plötzlich war mir wieder bewusst, welche heikle Mission mir bevorstand und die auch schon am heutigen Morgen ihren Anfang nehmen musste. Aber einen Trost hatte ich. Der Weg des bevorstehenden Abenteuers würde mich durch meine Heimat führen. Durch diesen Umstand wohlgemut fing ich sogleich mit dem Packen an, das ich am gestrigen Abend ja verschlafen hatte. Als ich fertig war besah ich mir noch etwas die junge Sonne, die jetzt blutrot über dem Horizont stand und wusste was eine solche Sonne zu bedeuten hatte. „Heute wird noch jemand sterben!", murmelte ich gedankenverloren vor mich hin. „Möge ein Stern auf unseren Weg scheinen!"
Ein leichtes Klopfen war von der Tür her zu hören und auf mein Ja hin, trat eine Dienstmagd ein und verkündete, dass Gondil und Randir sich in einem Nebenraum der Küche eingefunden hatten und dass auch ich dort, wegen der Einnahme des Frühstücks, erwartet wurde. Ein Letztes, anständiges Frühstück für eine geraume Zeit, war mir jetzt sehr willkommen. Vielleicht gab es ja rohen Salat und eventuell, ich wagte es kaum zu hoffen, ein Schüsselchen Waldbeeren. Oh ja, eine Walderdbeere wäre jetzt das Größte, dachte ich und beschleunigte meine Schritte. Als ich in den besagten, recht kleinen Raum eintrat, bemerkte ich als erstes, dass der Zauberer offenbar nicht gut geschlafen hatte. Unter seinen Augen zeigten sich deutlich dunkle Schatten. Sieh an, der Herr der Augenringe, dachte ich spontan und wunderte mich, wie ich auf diesen wenig schmeichelhaften Titel kam. Aber ich musste wohl unwillkürlich lächeln, denn Gondil sagte , als er mich ansah, „Herr Tauron scheint, im Gegensatz zu euch Randir, wohl geruhet zu haben! Schaut nur, wie er strahlt, sicher in Erwartung unserer bevorstehenden Aventure!" „Dann hat er am heutigen Morgen die Blutsonne nicht bemerkt!", knurrte Randir. „Hat er doch, denn ich war schon mit dem allerersten Sonnenstrahl erwacht!", sagte ich und fügte an, habt ihr Wissen um die künftigen Geschehnisse, die mir fehlen?" „Ich habe letzte Nacht die Runen geworfen, Herr Tauron und ich sah, dass Blut fließen wird! Die frühe Blutsonne bestätigte dann mein Orakel!" „Nun, vielleicht mag Blut fließen, aber es muss ja nicht unbedingt unseres sein!", meinte Gondil. „Das ist war Herr Elf, aber in jedem Fall bin ich froh, wenn der heutige Tag für uns glimpflich zu Ende gegangen ist!" „Und wenn es in der morgigen Frühe nicht wieder ein böses Omen gibt!", fügte ich hinzu. Ein Küchengehilfe vertrieb uns Dreien die trüben Gedanken, indem er ein großes Brett vollgefüllt mit Schüsseln zu unserem Tisch balancierte. Mein morgentlicher Traum schien war zu werden. Zwischen Schalen mit wundervollem, rohen Salat, verschiedene Dressings, rohes Wurzelgemüse, sowie eine große Schale mit verschiedenen Getreidesorten, wie etwa Hafer, befand sich genau in der Mitte ein winziges Schüsselchen mit einer einzigen, winzigen Walderdbeere darin. Ich konnte den Blick nicht von ihrer roten Farbe lassen. Der Küchengehilfe stellte das Brett in der Tischmitte ab und mir lief das Wasser im Munde zusammen. Gerade als ich darauf wartete, das der Bringer dieser Köstlichkeiten aus dem Weg war, beugte sich Gondil vor, griff in das Schüsselchen und schon war die außerordentlich seltene Frucht hinter seinen Lippen verschwunden. „Hmm!", klang es zufrieden, zwischen ein paar Schmatzern. „Das muss die Allerletzte Walderdbeere gewesen sein, die unsere Vorratskammer beheimatete! Sie sind ja leider soo selten! Die gibt's wohl erst nächstes Jahr wieder!", sagte Gondil mit einem verklärten Blick, sich genüsslich den Bauch reibend. Ich hätte diesen Hochelfen erwürgen können und plötzlich viel mit die Blutsonne wieder ein.
Nach beendetem Mahl, begaben wir uns wieder in unsere Quartiere, um die gepackten Satteltaschen zu holen. Danach traf sich die gesamte Drachengemeinschaft bei den Pferdeställen. Die Zwerge waren schon mit dem Satteln ihrer Ponys beschäftigt und zwei unterhielten sich angeregt. „Rhém vósko sére fósye trénla wél Ómos ílya Mába fó låý Sténas acós éleres válek má Dérion sére búkas, bérathýn Béres!" (von jetzt an gibt es keine Äpfel zum Essen in die Mägen und außerdem nur noch Wasser an blöden, vierzehn Tagen), verstand ich. Zwerge schienen meistens, gleich nach Edelsteinen, ans Essen zu denken. Na ja, bei der harten Arbeit unter Tage, war das auch irgendwie verständlich. Gondil und Randir legten ihre Sättel auf schneeweiße Elfenpferde. Ich hatte, aus meinem Wald, meine Fuchsstute mitgebracht, oder besser gesagt hatte sie mich mitgebracht. Mein Pferd ist eine besondere Züchtung, die mit engen Pfaden in dichtem Wald zurecht kommt, sowie auch in Bergen besonders nervenstark und trittsicher ist. Es ist kleiner als die großen Elfenpferde und neben dem rot-braunen Körper, hat es eine blonde Mähne und Schweif. Die Waldelfen haben ihre wenigen Pferde von einem Stamm von Bergmenschen, die sie in ihren bewaldeten Bergen nicht nur zum Reiten, sondern auch für die Arbeit benutzen. Meine Stute war also nicht nur von ausgeglichenem Gemüht, was für Pferde, die ja Fluchttiere sind, keine Selbstverständlichkeit ist, sondern auch ausgesprochen kräftig und konnte einiges an Last wegziehen, denn es war auch als Zugtier zu gebrauchen. Geradeso wie die Zwergenponys, die in erster Linie zum Abtransport von Grabungsschutt gebraucht wurden. Nur, dass die Ponys, natürlich, noch wesentlich kleiner waren. Als alle Satteldecken, Sättel, Satteltaschen und, außer bei meinem, auch das Zaumzeug an seinem vorgesehenen Platz war, ging es in einer ordentlichen Reihe in Richtung Tor. Randir, als Führer der Drachengemeinschaft, ritt an der Spitze. Gleich hinter ihm kam der Gesandte Kok, gefolgt von Ror, der das Schuppenei in seinem Gepäck verwahrte, sowie Mem und der Rest der Zwergeneskorte, von denen sechs noch Packponys führten. Danach kam ich und der Abschluss bildete Gondil. Am Tor angekommen, öffnete es sich wieder praktisch lautlos. Bevor die Kolonne das Tor passierte, zeigte sich, die Hand zum Gruß erhoben, Gilrond zwischen den Zinnen. Nachdem ich das Tor durchquert hatte, drehte ich mich im Sattel, nochmal, um und sah, dass Gondil ebenfalls zurückschaute. Gondil dachte sicher an sein Zuhause, das er nun eine geraume Weile nicht mehr sehen würde. Ich dachte nur mit Wehmut an das weiche Lager, auf das ich für mindestens vierzehn Tage verzichten musste. Aber gleichzeitig empfand ich auch Freude, denn nach den vierzehn Tagen erwartete mich die Heimat.
Langsam gingen die Huftiere im Schritt die ungepflasterte Serpentinenstraße bergab, denn sie war stellenweise recht steil und seit die Kolonne in die Wolkendecke eingetaucht war, konnte man den Vorder- und genauso den Hintermann mehr erahnen als sehen. Deshalb hatte sich die anfängliche Marschordnung aufgelöst, und alle ritten paarweise, außer Randir, der einsam in dieser Suppe die Spitze hielt. Ich ritt nun neben Gondil, dem Beerendieb, wie ich im stillen diesen Hochelfen nannte, seitdem er mir beim Frühstück die einzige Walderdbeere weggeschnappt hatte. Es war gut einen Reiter, rechts, neben sich zu haben, denn solange man den Nachbar sah, lief man nicht Gefahr, zu nahe an den Rand des Abgrunds zu geraten. Es dauerte bestimmt eine ganze Sanduhr lang, bis sich der Nebel lichtete und wir sozusagen aus den Wolken, zwar nicht fielen, aber immerhin ritten. „Bald kommen wir an die Bergquelle, dort lassen wir die Pferde nochmal saufen, denn bis zum Fuß des Berges gibt es keine mehr!" Randirs Stimme hallte in einer unnatürlichen Lautstärke über die Karawane, sodass auch Gondil und ich ihn deutlich hören konnten. Das konnte nur Zauberwerk sein. An der Kristallklaren Quelle angekommen saßen alle ab und ließen viererweise die Tiere zu dem ausgehöhlten Baumstamm, der vor der Quelle als Trog diente. „Gut, dass der Boden hier zu steinig zum graben ist, sonst hätten die Kurzen schon mit dem graben einer Suhle angefangen!", flüsterte Gondil, mit einem verschmitzten Lächeln, mir zu. Gerade als die zwei letzten Zwergenponys, mein Blondfuchs und Gondils Schimmel hörbar das frische Nass einsaugten, zeugte ein Schwall aus Zwergenworten von Aufregung bei den Wartenden. „Was ist da denn los!" Gondil zeigte ein besorgtes Gesicht. Wir vier ließen unsere Tiere am Trog stehen und gingen zu dem Pulk, der sich um unseren Führer gebildet hatte. Kok und Ror standen Randir am nächsten und letzterer hielt den uns wohl bekannten Kasten in der Hand. Zwar war der Deckel geschlossen, aber es war sofort klar, dass sich die Aufregung um den Kasteninhalt drehte. „Was hat dieser Tumult zu bedeuten, werter Randir?", fragte Gondil erstaunt. Ich hatte da so eine Ahnung. „Ror hat die Pause genutzt und nach dem Ei geschaut!", antwortete Kok anstelle des Zauberers, in Algemeen. „Er hat festgestellt, dass sich die Farbe schon wieder verändert hat!", ergänzte Randir. „Ja, sie geht nun in Richtung Türkis!", sagte nun wieder Kok. Ich fragte mich, wie viele Farbnuancen unser Ei noch durchlaufen würde, bis ein Drache schlüpfen und uns alle zu Drachenväter machen, oder uns fressen würde.

(Einige Worte der Zwergensprache stammen von Sarah)
(Fortsetzung folgt)

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12.10.2019 16:40
#2 RE: Das Schuppenei aus Zwergen-Heim Zitat · antworten

Fortsetzung von „Das Schuppenei aus Zwergenheim."

„Es hilft ja alles nichts!", meinte der Graue nachdenklich. „Wir sollten nicht länger verweilen, sondern so bald als möglich unser Ziel erreichen. Hoffen wir, dass wir nicht zu spät kommen und dass auch der Drachenkundige rechtzeitig eintrifft!" Kok rief auf Zwergisch, dass alle aufsitzen sollen und bald ging es auf den, mit frischem Quellwasser, abgefüllten Pferden, weiter talwärts. Der Weg nach unten, verlief ohne große Zwischenfälle. Ab und zu stolperte mal eines der Huftiere, oder rutschte mit einem Huf, auf einem glatten Stein, zur Seite weg. Es kam aber zu keinen Stürzen. Das einzige Tier, dass ohne jedes Stolpern und rutschen, stoisch bergab schritt, war mein, von Menschen gezüchtetes, Gebirgspferd. Als wir nach Stunden, in unserer langsamen Gangart, endlich den Fuß des Elfenberges erreichten, war es schon Nachmittag und die Zwerge fingen an etwas unruhig zu werden. „Die haben Hunger!", raunte mein Nachbar mir zu. Unser Führer machte aber keine Anstalten zu Halten, um eine Mahlzeit einzunehmen. Kok schloss zu ihm auf und sprach einige Worte, wobei er einmal nach hinten zeigte. Ich sah, dass der Zauberer kurz den Kopf schüttelte und nach vorne zeigte. Kok ließ sich wieder zurückfallen und Randir drehte sich im Sattel um und rief mit seiner, uns allen schon wohlbekannten, gewaltigen Stimme, „wir müssen das Heidegebiet durchqueren und den Waldrand erreichen! Hier wären wir Angriffen schutzlos ausgeliefert.!" Ich fragte meinen Nachbarn, welche Angriffe denn Randir, so nahe am Elfenberg, erwartete. Zumal auf einen so großen Tross. Mit Zwergen war, das wussten alle Kreaturen in unserem Land, nicht zu spaßen. „Manchmal schleichen Trupps von Orks um unseren Berg! Sie haben es auf die Versorgungs- und Handelskarawanen abgesehen, die die weiße Stadt versorgen!" Gut, dass man das auch mal erfuhr. Schließlich hatte ich dieses Heideland, auf dem Weg zur Stadt, mutterseelenallein durchquert. Im Wald fühlte ich mich den Hohlbirnen von Orks überlegen. Im offenen Gelände aber, war das anders. Ein paar Sanduhren später, neigte sich die bleiche Sonne, die nur schemenhaft durch die Wolkendecke zu sehen war, langsam dem Horizont zu. Es war der Wunsch unseres Führers, dass wir unser Lager im Schutz der Bäume aufschlugen. Deshalb waren wir in den Galopp übergegangen, wobei die Pferdereiter sich dem Tempo der Ponys anpassen mussten, die nun einmal kürzere Beine hatten. Aber die Zwergenponys erwiesen ihrem Ruf, außerordentlich zäh zu sein, alle Ehre, auch wenn sie nicht die Schnellsten waren. Bald erreichten wir den Rand des Waldes und mein Herz schlug etwas schneller. Es war noch hell genug, um ein paar Zweige zu sammeln, um sie als Unterstand zu nutzen. Der Mischwald bot auch einige Tannen, deren Zweige als Matratzen dienen konnten. Kurz vor dem Waldrand hieß Randir die Schar halten. Er winkte mich zu sich und sagte, „wir werden die Lage erkunden, Waldherr, für diese Mission scheint ihr mir am besten geeignet!" Nachzusehen, ob in einem dichten Forst die Luft rein war, dafür ist ein Waldelf natürlich die erste Wahl. Trotzdem fragte ich unseren Führer, „Glaubt ihr denn, das uns Feinde, wie etwa Orks, in diesem Wald auflauern! Es ist euch sicher bekannt, das diese gräulichen Wesen, sich zwischen Bäumen nicht sehr wohlfühlen!" „Das ist mir bekannt, Herr Tauron, aber ich will wegen unserer sensiblen Fracht nichts riskieren, außerdem ist dieser Wald die einzige Versteckmöglichkeit für ihre Räuberbanden um, parallel zum Aufgang der einzigen Zugangsstraße zur weißen Stadt, den Warenkarawanen aufzulauern!" Das machte Sinn. Ob nun Orks den Wald mochten oder nicht, um die von Kriegern geschützten Versorgungstrosse anzugreifen, musste sich die Hauptmacht einer Bande am Waldrand verbergen. Ein oder zwei Späher gaben dann Meldung, wenn sich eine lohnende Beute näherte. Das im Hinterkopf, ritt ich nun mit etwas gemischten Gefühlen auf den Wald zu, obwohl ich es gleichzeitig kaum erwarten konnte, die mir liebgewonnene Welt der Bäume zu betreten. Randir ritt etwa dreißig Ellen links von mir und zur Warnung rief er, „denkt an die Blutsonne des Morgens, noch ist niemand gestorben, jedoch noch vor Mitternacht wird es mindestens einen Toten geben, möge dessen Tot nicht der Eure sein!", und mit einem kleinen Lächeln, „ich brauche euch noch!" „ Vielleicht ist es ja aber auch ein Ork!", antwortete ich und nahm die schon nahe, erste Baumreihe ins Auge, ob sich eventuell eine verräterische Bewegung der Zweige und Blätter ausmachen ließ.
Meine Fuchsstute machte keine Anzeichen, die Ohren anzulegen, wie sie es tun würde, wenn eine ungewöhnliche Witterung in der Luft lag. Praktisch zeitgleich drangen der Graue und ich durch die niedrigen Büsche, die zwischen der ersten Baumreihe wuchsen. Unter dem dichten Blätterdach war es sehr dunkel und alle Geschöpfe unserer Welt hätten wohl, durch den schnellen Wechsel vom Hellen ins Dunkle, Schwierigkeiten gehabt, für die ersten Minuten, etwas zu erkennen. Alle Geschöpfe, außer Waldelfen, Nachtelfen, Zwergen und... offenbar Randir, der mir, noch während ich nach allen Seiten spähte und dabei die Ohren spitzte zurief, „es ist nichts gefährliches in der Nähe, nur ein Bilch und ein Eichhörnchen und außerdem schnarcht ein Dachs in seinem Bau!" Meine Elfenohren waren, von Geburt, an die Geräusche des Waldes gewöhnt, aber einen schlafenden Dachs, in seinem tiefen Bau, konnte ich nun wirklich nicht orten. Hmm, dachte ich, es gibt zwei Möglichkeiten. Entweder nahm dieser Menschen-Zauberer mich auf den Arm, oder er hatte Zauberkräfte, von denen ich noch nie etwas gehört hatte. Oder aber..., es gab noch eine dritte Möglichkeit. Er war gar kein Mensch. Die Zwerge brachen nun mit einem ziemlichen Getöse durch die Büsche und unser Hochelf bildete die Nachhut. Zwischen den Bäumen saßen alle ab und führten ihre Tiere an den Zügeln. Alle, außer mir. Ich benutzte, anstelle der Zügel, nur einen Strick, der wie ein Halfter gebunden war. Mein Pferd war so trainiert, dass es auf den Druck der Schenkel, das Anlegen des Strickes an der linken oder rechten Halsseite, sowie den Kommandos meiner Stimme reagierte. Ein eisernes Gebiss im Maul, hätte ich meinem Blondie nie angetan. „Røwýn lánega léyåk Fóras (Ich hasse diese Wälder)!" „Ó, léyåk Ádeilas (Oh, diese Pflanzen)!" Die Zwerge brachten durch solche Sätze ihr Unwohlsein zum Ausdruck. Ihre Welt bestand aus Stein, tief in den Minen und ihren, unterirdischen, Städten. Sie brachten pflanzlichem Leben wenig Verständnis entgegen, was zu Raubbau an der Natur führte, wenn sie etwa Holz zum schmelzen von Metallen benötigten. Ihre Rücksichtslosigkeit Bäumen gegenüber, hatte in der Vergangenheit des Öfteren für Konfliktstoff mit den Elfen gesorgt.

(Einige Worte der Zwergensprache stammen von Sarah)
(Fortsetzung folgt)

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